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„Ich tue nicht das Gute, das ich will“

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Datum:
Termin: 6.3.17 19:30 - 21:00
Ort:
Kath. Pfarrzentrum Bubenreuth, Kolpingraum
Birkenallee 60
91088 Bubenreuth

Gründe und Abgründe im Christsein und Menschsein

Referent: Helmut Hof, Forchheim
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Dreiteilige Themenreihe „Passionsgespräche“

Große Gestalten der Glaubensgeschichte werden in den Religionen leicht verklärt und auf eine Eindeutigkeit stilisiert. So auch im Christentum: Petrus als der Fels, auf den Christus seine Kirche baut. Paulus als der Rastlose, der zum Völkerapostel für das gesamte Römische Reich wird. Allein von Judas gibt es keine Heldengeschichte – er gilt als der Inbegriff des Verräters.

Doch wenn man genau hinsieht, dann haben all diese Jünger auch eine andere Seite, die in der Bibel keineswegs verschwiegen, sondern öffentlich gemacht wird, so wie auch Paulus im Römerbrief von sich selbst schreibt: „Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will.“ (Röm 7, 19)

Was bedeutet das für einen integren Umgang mit unserem Glauben, mit unserer Kirche, ja mit uns selbst? Wie öffnet sich gerade so die heilsame Wirkung einer Verkündigung, die Widersprüche nicht zuliebe einer bequemen, aber falschen Klarheit wegretouschiert?

Montag, 06. März 2017, 19:30

1) Verleugner – die dunkle Seite des Petrus

Petrus gilt als erster Papst und Stellvertreter Christi auf Erden. Unbestritten spielt er in der jungen Kirche eine besondere Rolle. Und doch spricht Jesus unmittelbar, nachdem er ihn den „Fels“ nennt, das harte Wort „Weiche, Satan!“. Im entscheidenden Augenblick wird Petrus Jesus verleugnen – und dann doch sein ganzes Leben für die Verkündigung der Botschaft Christi einsetzen.

Petrus als die Urgestalt des glaubenden Menschen ist eben nicht die Lichtgestalt aus einem Guss, wie wir das oft gerne hätten. Und was heißt das für unseren eigenen Umgang mit Licht und Schattens unseres Glaubens, ja unserer eigenen Person?

Montag, 20. März 2017, 19:30

2) Verräter – die dunkle Seite des Judas

Referent: Claudio Ettl

Ort: Kath. Pfarrzentrum Bubenreuth, Kolpingraum

Er ist der sprichwörtliche Inbegriff des Verräters, wie bei keiner anderen biblischen Figur fallen bei ihm Name und negative Deutung in eins: Judas, der geldgierige Außenseiter, der abgrundböse Selbstmörder, Werkzeug des Satans …

Schon das Neue Testament legt jene verhängnisvollen Spuren - die Kunst, Frömmigkeit und Legende durch die Jahrhunderte hindurch vertiefen und zementieren. Dennoch: Zunächst einmal ist Judas genauso ein Jünger wie die elf anderen, die Jesus in Galiläa beruft. Wie kommt es dann zur tragischen Wendung? Wer steckt tatsächlich hinter der hässlichen Fratze des Verräters? Und müsste Judas am Ende vielleicht gar heiliggesprochen statt verdammt werden? Fragen, die ins Zentrum der Frage nach Gott, Mensch und Welt führen.

Montag, 03. April 2017, 19:30

3) Verfolger – die dunkle Seite des Paulus

Referent: Dr. Wolfgang Stahl

Ort: Kath. Pfarrzentrum Bubenreuth, Kolpingraum

Wahrscheinlich war er der Gebildetste unter den Aposteln. Er hatte berühmte Lehrer und sprach mehrere Sprachen fließend. Und er war sich seiner Sache immer restlos sicher: so entschieden, wie er sich nach seiner Bekehrung der Botschaft Christi als dem Auferstandenen verschrieb, so entschieden hat er dessen Anhänger vorher als Irrlehrer bekämpft.

Seiner dunklen Seite kommt man durch seine Rolle als Christenverfolger auf die Spur. Doch ist das alles? Liegt sein Problem vielleicht auch darin, dass er immer recht haben muss und eine dogmatische Streitigkeit nach der anderen vom Zaun bricht?