Katholische Kirche Sankt Elisabeth in Möhrendorf
Kirchenführer für Kinder und Erwachsene
Herzlich willkommen in Sankt Elisabeth. Schön, dass Du vorbeischaust! Eine so freundliche Begrüßung bekommst Du immer in unserer Kirche, denn der Hausherr kennt Dich schon lange. Er ist auch immer "zu Hause". Und Du bist von ihm immer gerne eingeladen, ihn zu besuchen. Sicher hast Du schon erraten, von wem die Rede ist: von Jesus Christus.
Wenn Du willst, kannst Du ihm etwas erzählen oder vielleicht eine Kerze anzünden. Vielleicht schaffst Du es aber auch, selber ganz still zu werden und nur zuzuhören.
Es kann passieren, dass Du lange und geduldig lauschen musst, denn Dein Gastgeber spricht sehr leise. Mitunter sagt er auch gar nichts und lässt andere für sich sprechen. Seine Heiligen zum Beispiel. Jeder von ihnen bringt seine Botschaft auf andere Weise zum Ausdruck.
Auch deshalb sind viele Heilige Namenspatrone von Kirchen. So wie die Heilige Elisabeth.
Die heilige Elisabeth von Thüringen wird 1207 als Tochter des ungarischen Königs Andreas II. geboren. Als vierjähriges Mädchen kommt sie an den Hof des Thüringer Landgrafen Hermann I., sie war seinem Sohn Ludwig als Frau versprochen. 14jährig wird sie mit Ludwig verheiratet und bekommt die Kinder Hermann, Sophie und Gertrud. Nach nur kurzer Ehe stirbt Landgraf Ludwig 1227 auf einer Kreuzfahrt. Elisabeth betrachtet ihr Leben nicht als Eigentum, sondern als Geschenk Gottes und stellt sich voll in seinen Dienst. Als Landgräfin teilt sie ihre Güter an Arme und Kranke aus. So ranken sich manche Legenden um ihre Person, u. a. auch das "Rosenwunder".
Von den thüringischen Großen verstoßen, lebt Elisabeth in bitterer Not in Eisenach. Dennoch lässt sie nicht nach in Demut und Nächstenliebe und schließt sich immer inniger an Christus an. In Marburg erbaut sie das Franziskushospital. Obwohl schon sehr geschwächt opfert sie ihre ganze Kraft und Gesundheit in Liebe zu den Kranken und Aussätzigen.
Schon mit 24 Jahren stirbt sie am 17. November 1231. Papst Gregor IX. spricht sie 1235 heilig. "Als unsere Kirchenpatronin gibt uns Elisabeth die Botschaft Jesu Christi weiter: Nächstenliebe ist Gottesliebe. Und Gottesliebe ist Nächstenliebe. Wir können uns jedes Mal daran erinnern lassen: Wenn wir unsere Kirche betreten, steht uns die lebensgroße Elisabeth-Statue "zur Seite." (Pastoralreferent Matthias Bankmann) Die Skulptur unserer Kirchenpatronin, der Heiligen Elisabeth, mit einem von ihr gespeisten Notleidenden zu Füßen, wurde vom Nürnberger Künstler Fuchs aus Pappelholz geschaffen und im Juni 1995 geweiht.
Die Kirche St. Elisabeth wurde erbaut von 1967 bis 1969. Äußeres Kennzeichen ist das spitze Kirchturmdach, welches direkt über dem Eingangsportal zum Himmel zeigt. In diesem Turm rufen 2 Glocken die Gläubigen zu Gottesdienst und Gebet. Die große ist der Hl. Maria, die kleine dem Hl. Joseph geweiht.
Im Kirchenportal eingearbeitet ist ein Bild aus dem Gleichnis der kostbaren Perle. Im Innenraum kommst Du am Taufstein vorbei. Dabei fällt Dir vielleicht ein, dass sich viele Kirchenbesucher mit dem geweihten Wasser bekreuzigen. Das Weihwasser erinnert uns an unsere Taufe. Wenn wir es nehmen, bekennen wir damit, dass wir mit Christus verbunden sind u. bitten um seinen Segen.
Bei der Taufe gießt der Priester dem Täufling Wasser über die Stirn und spricht: "Ich taufe Dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes." Damit wird der Täufling in die Kirche und unsere Gemeinde aufgenommen.
Über den Taufstein hinweg fällt der Blick zuerst auf das Altarbild. Es zeigt einen filigran aus Bronze gearbeiteten Christus, der am Kreuz beide Hände wie segnend und behütend ausgestreckt hält. Über ihm kannst Du lesen: "ICH BIN BEI EUCH". Du weißt: Er hat dazu gesagt "…alle Tage bis ans Ende der Welt". Dieses Versprechen gibt er uns in der Kirche und überall, wo wir sind.
Im Tabernakel wohnt Gott in Gestalt der geweihten Hostien, die hier aufbewahrt werden. Das brennende rote "Ewige Licht" darauf zeigt, dass Gott hier gegenwärtig ist.
Vom Ambo (Lesepult) aus wird das Wort Gottes verkündet. An den beiden Seitenwänden versinnbildlichen zweimal sechs Kerzenleuchter die zwölf Apostel. Unser Glaube und unser Gottesdienst soll von der Lehre der Apostel getragen werden.
Kerzen haben viele Bedeutungen in der Kirche: Licht und Wärme, Glanz und Helligkeit, Leben und Opfer, Schöpfung usw. In der Osternacht kannst Du erleben, wie es ist, wenn die brennende Osterkerze in die dunkle Kirche hineingetragen wird. Das Licht wird auch an Dich weitergegeben. Wenn Du Dein Licht teilst, wird der andere davon soviel haben wie Du, aber Dir wird nichts fehlen. Jede/r einzelne ist wichtig – auch Du! Gemeinsam können wir wie ein großes Licht sein.
Mit dem, was Elisabeth so wichtig war, mit der Nächstenliebe (und mit der Freude) funktioniert dieses seltsame Teilen auch.
Wenn Du möchtest kannst Du eine Kerze anzünden.
Beeindruckend sind die vier Glasfenster im hinteren Kirchenraum
In Blickrichtung Altar rechts siehst Du das Gleichnis vom Sämann, dessen Samenkorn auf vielerlei Grund fällt und nur auf gutem Boden Frucht bringt (Lukas 8/5-15).
Das Fenster daneben stellt mit Krug und Gefäßen das Gleichnis von der kostbaren Perle dar (Matthäus 13/45-46, siehe auch im Kirchenportal).
Auf der linken Seite weist ein Glasfenster mit dem Gleichnis vom Fischnetz auf die Auslese beim jüngsten Gericht hin (Matthäus 13/47-50).
Daneben zeigt das Fenster den aus dem Senfkorn gewachsenen Baum, in dem die Vögel nisten (Matthäus 13/31-32).
Vom Altarraum aus fällt beim Zurückschauen Dein Blick auf die Orgel über dem Eingangsbereich, schweift dann nach links zur sitzenden Maria mit dem Jesus-Kind.
An beiden Rückwänden erkennst Du den aus 15 quadratischen Bronzeplatten gestalteten Kreuzweg. An der rechten Rückwand hängt ein großes Kreuz (gestiftet von Pfr. Kernebeck, St. Maria Magdalena in Geisfeld).
Weißt Du, was das Kreuz für die Christen bedeutet?
Das Kreuz ist das Symbol des Leidens und Todes, aber auch des Sieges Jesu Christi in der Auferstehung. Für die Menschen ein Zeichen des Trostes. Bei jedem Gottesdienst gedenken wir des Todes Jesu Christi und feiern seine Auferstehung.
Vor dem Kreuz steht ein von zwei Kerzenleuchtern flankiertes Pult (2004 gedrechselt von Helmut Funke, Möhrendorf) mit dem Toten-Büchlein zur Erinnerung an unsere Verstorbenen.
Ganz in der Ecke ist der Eingang zur Sakristei, wo sich Priester, Diakon, Pastoralreferent und Ministranten auf den Gottesdienst vorbereiten.
Was haben sich die beiden Künstler dabei gedacht?
Die Künstler sind bestrebt, den Betrachter zum Nachdenken anzuregen. Seele und Gefühl des Betrachters sollen intensiviert werden, die Ausdruckskraft der reinen Form und Farbe wahrzunehmen.
Die Bibel kann aus dem Griechischen ins Deutsche übersetzt werden. Sie kann auch aus Worten in Form, Farbe und verschiedene Materialien übersetzt werden. Wie es z.B. im Psalm heißt "Schnee und Regen, lobe den Herrn", so kann auch Stein, Glas, Metall das Lob Gottes ausdrücken.
Die Glasbilder sind nicht als wohlbekanntes Bilderbuch zum "Aha"- Sagen gedacht.
Sondern:
diese Kirche ist ein Versammlungsraum des Volkes Gottes, die Gleichnisse sind als Konfrontation gedacht, sich selbst daran zu messen und zur Meditation anzuregen (so soll bei Matth. 13,31-32 nicht ein Baum mit Vögeln gezeigt werden, sondern das Wachsen eines Senfkornes und Wohnen in Geborgenheit).
Das Email des Tabernakels ist wiederum eine Übersetzung der Struktur der Fenster in Email. Denn Email ist dem Glas ähnlich und genau wie dieses mit Metall gefasst. Zusätzliche spezifische Eigenschaft: es ist schmelzbar, zeigt also das Fließen des Glases.
Steinarbeiten:
Um den Raum zu betonen, wurde als Kontrast zur roten Decke ein grünlicher Stein gewählt. Beim Fußboden wurde er geschliffen, bei Altar, Tabernakelsäule usw. dagegen matt belassen.
Altar und Ambo haben klare kubische Formen. Die Tabernakelsäule ist zwar eigenwillig, aber dennoch betont funktionell.
Der Taufstein bildet eine Einheit mit dem Weihwasserbecken, eine folgerichtige Lösung aus der Durchgangssituation des Standortes. Weih- und Taufwasser – beides Symbole für Reinigung.
Der Taufsteindeckel hat einen Fisch als Griff. Inschrift "Christus" auf griechisch und lateinisch – ein altes Symbol der Urkirche. Der Text aus der Apostelgeschichte nimmt auf das Taufgeschehen Bezug.
Gemeinsame Verbindung aller Steinmetzarbeiten ist ein Ornament, das den Linien der Fenster nachempfunden wurde, aber in Stein übersetzt. Es ist als Lichtspiel ein Gegenstück zum Farbspiel der Fenster.
Noch einmal wird dieses Thema in den Leuchtern aufgegriffen, diesmal in Bronze.
Auf dem Eingangsportal wird das Perlenmotiv der Fenster gleichsam angekündigt. (Aus einem Schreiben der Künstler Wohlrab und Kroll, Nürnberg)
Hier wohnst du also, Gott. So habe ich das eben erfahren.
Bist Du nicht größer als alles, was du gemacht hast?
Kannst du dich einzwängen lassen in ein von Menschen gemachtes Haus?
Ich beginne zu ahnen: Geheiligt ist dieser Ort durch Gottesdienste und Andachten, durch die unzähligen Gebete frommer Menschen, durch Lieder, die wir zu deiner Ehre singen, durch deine Gegenwart im Tabernakel. Hier wohnst Du also, Gott. Lass es mich nie vergessen.