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Die Ausgestaltung des Altarraumes

Der Künstler

Die künstlerische Gestaltung des Altarraumes wurde 1987 dem Bildhauer Heinrich Schreiber (23.10.1935 bis 07.08.2016) aus Kronach übertragen.
Der in Kronach geborene, gelernte Steinmetz und Steinbildhauer erwarb sich 1955 bis 1960 eine akademische Ausbildung an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Josef Henselmann. Seine Arbeiten zeichnen sich aus durch eigenständiges und solides Handwerk. Die Bildhauerei ist sein eigentliches Metier, er arbeitet aber auch - wie hier in der Apostelkirche - mit Bronze und Holz; als Graphiker ist er ebenfalls tätig.

Heinrich Schreibers umfassendes Werk wurde mit verschiedenen Ausstellungen gewürdigt, 1995 erhielt er den oberfränkischen Kulturpreis. Er arbeitet - auch aus seiner Glaubenshaltung als engagierter Christ heraus - sehr viel im kirchlichen Bereich, seine Themen sind vielfach geprägt von religiösen Inhalten. Das überzeugende an seiner Kunst ist, dass ihr eine Synthese zwischen Glauben und Können gelingt.

Für mich als Bildhauer ist es Aufgabe und Freude zugleich,
von meinem Glauben zu künden,
den Dienst eines kleinen Propheten oder Apostels zu versehen.
(Heinrich Schreiber, Festschrift zur Einweihung am 27.11.1988)

Das Werk des Künstlers durchzieht eine eigene, unverwechselbare Formensprache. Er arbeitet nicht abstrakt und gegenstandslos, sondern sucht immer die Figuration. Seine Formen- und Ausdruckswelt ist lesbar, entzifferbar. Am Menschen ist er interessiert, gestalterisch wie thematisch.
Unabhängig von Trends blieb er immer seinem leicht archaischen und ausdrucksstarken Stil treu.
Seine Gestalten sind nicht im klassischen Sinne schön und wohlgebaut. Durch verschobene Proportionen werden die Figuren überzeichnet, die Spannung zwischen feinen und wuchtigen, runden und kantigen, fließenden und abgesetzten Formen steigert die Ausdruckskraft. Seine Figuren sind nie Individuen, sie werden nicht durch ihre Physiognomie charakterisiert, denn sie meinen immer alle Menschen, beziehen in das jeweilige Thema den Menschen an sich mit ein.

Heinrich Schreiber schuf für die Apostelkirche in engem Kontakt und reger Diskussion mit der Gemeinde Bildwerke, die sich an den zentralen Inhalten der biblischen Botschaft orientieren.

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Der Altar

Der Altar bildet räumlich und von seiner Bedeutung her den Mittelpunkt der Kirche, des gesamten Gemeindezentrums.
Gearbeitet wurde er aus demselben Granitstein wie der Boden. Diese Materialeinheit versinnbildlicht die unauflösliche Verknüpfung von „Himmel und Erde". Gott ist ein naher Gott. Wo auch immer zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind, da ist er mitten unter ihnen. Dieser Gott Jahwe hält, was er mit seinem Namen verspricht: Er ist der, der da ist, mitten unter uns. In Jesus erweist sich Gott als einer, der mit beiden Beinen auf dem Boden unserer Welt steht.
In den Zeichen von Brot und Wein bietet er uns seine Liebe und Gemeinschaft an. Er gibt sich in unsere Hand und will uns Hilfe und Kraft auf unserem Weg sein. Durch dieses Mahl, das uns mit ihm und untereinander verbindet, führt er uns immer wieder vor Augen: Das Reich Gottes beginnt auf Erden.

In diesem Sinne wurde der Altar als Tisch, als Mahl-Tisch gestaltet. Vier mächtige Beine tragen die steinerne Tischplatte (Mensa). Diese hat die Form eines langgezogenen Sechsecks. An der Längsseite, an der der Priester während der Eucharistiefeier steht, ist die Platte abgerundet. Rund kann bedeuten: offen, ohne Ende und Grenze. Übertragen ist damit die Einladung an jeden einzelnen gemeint, sich in der Gemeinschaft der anderen um den Tisch zu versammeln.

An der gegenüberliegenden Seite ragt über den Tisch eine dreieckige, reliefierte Bronzeplatte hinaus, im Blickfeld des Zelebranten liegend. Dargestellt ist der Gekreuzigte, von kleinen Figuren flankiert. Die Gestalt des Gekreuzigten steht im Mittelpunkt - auf der vertikalen und horizontalen Achse der Dreiecksfläche. Die Kreuzesbalken sind nur durch Vertiefung des Reliefgrundes angedeutet. Mit dem ganzen Oberkörper überragt der Gekreuzigte die maßstäblich kleiner gehaltenen Figuren im unteren Teil des Bildfeldes. Diese Menschen sind nicht auf eine bestimmte Anzahl beschränkt, sie scheinen sich noch endlos weiter aneinanderzureihen, allein die Kanten der Platte setzen dem Zug ein Ende - alle Menschen sind gemeint, die sich unter dem Zeichen des Kreuzes versammeln. Die Figuren vermitteln Gemütszustände: Trauer, Unsicherheit und Angst - mit ihren Sorgen und Nöten treten die Menschen an das Kreuz heran. Dennoch wirken sie nicht verloren, denn die ausgebreiteten Arme des Gekreuzigten mit den übergroßen Händen sind wie schützend über sie gebreitet:
Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid, ich werde euch Ruhe verschaffen!
(Mt 11,28)

Die Platte ist der Verschluss über der Reliquienkapsel, die bei der Weihe des Gotteshauses nach kirchlichem Recht im Altar eingelassen wurde. Die Erinnerung an die Zeitzeugen, die in der Nachfolge Christi ihr Leben ließen, wird hier mit hereingenommen. Seit dem 5. Jahrhundert kann man schon diese Verbindung von Altar und Reliquien nachweisen, die eine Begründung in der Offenbarung des Johannes (6,9) findet: ... sah ich unter dem Altar die Seelen derer, die hingerichtet worden waren um des Wortes Gottes willen und um des Zeugnisses willen, das sie festhielten.

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Die Reliquien im Altar

Seit dem 2. Jahrhundert wurde es in der Kirche üblich, die Heiligen zu verehren und die Glaubensgemeinschaft als „Gemeinschaft der Heiligen“ zu begreifen. Von daher begründet sich die christliche Überzeugung, zur Heiligkeit berufen zu sein und mit den Heiligen zur Heimat in Gott zu gelangen.
Die älteste Form der Heiligenverehrung ist die Verehrung ihrer Gräber und ihrer Reliquien.
In Rom wurde bereits am Ende des 1. Jahrhunderts das Grab des Apostels Petrus verehrt, nach der Zeit der Christenverfolgung setzte die Verehrung der Märtyrergräber in den römischen Katakomben ein.
Seit dem 3. Jahrhundert war es zudem üblich geworden, über oder bei den Gräbern der Apostel und Märtyrer die Eucharistie zu feiern. Trotz vieler Verbote seitens der staatlichen Behörden, hielt die Kirche an dieser Gepflogenheit fest. Papst Xystus II. wurde deshalb sogar enthauptet, er hatte entgegen der Weisung Kaiser Valerians am 6. August 258 in den Katakomben die Eucharistie gehalten.

Um an die urkirchliche Tradition der Reliquienverehrung anzuknüpfen und dabei der Gemeinschaft der Heiligen zu gedenken, werden bei der Konsekration eines Altares in der katholischen Kirche Heiligenreliquien in den Altarstein eingemauert.
Dies geschah auch bei der Altarweihe in der Apostelkirche, die durch Weihbischof Werner Radspieler im Zusammenhang der Kircheneinweihung am 27. November 1988 vollzogen wurde.
Der Bischof hat dabei Reliquien des heiligen Märtyrers Faustus, des heiligen Bischofs Godehard sowie eines unbekannten Heiligen beigesetzt.

So erinnert der Altar, der symbolisch für Jesus Christus steht, auch an die Gemeinschaft der Heiligen.
Die Reliquien mahnen die versammelte Gemeinde zur Bereitschaft, für den Herrn Zeugnis zu geben.

Das Kreuz

Als Christen kommen wir am Kreuz nicht vorbei. Jesus Christus, der Gekreuzigte, ist, wie es in der Weiheurkunde heißt, der Eckstein, der trägt und zusammenhält, an dem man sich aber auch reibt, von dem man immer wieder angestoßen wird.

Ein großes Bronzekreuz als einziges freistehendes und dominierendes Kunstwerk im ganzen Kirchenraum ist neben dem Altartisch und dem Ambo das beherrschende und raumbestimmende Symbol im Altarbereich.

Auf einer festen Grundplatte erhebt sich der Kreuzesstamm, dessen leicht unregelmäßig gearbeitete Ober- und Seitenflächen die Struktur des Holzes erkennen lassen. Der obere Teil des Stammes und die Querarme sind wie bei einem Baum von Blattwerk durchbrochen.

Christus hängt mit langen, ausgestreckten Armen und Beinen am Kreuz. Die Gestalt wirkt ruhig, aber nicht schlaff, sondern in Spannung. Der schmale, gerade Körper läuft in unproportional großen Füßen und Händen aus. Die übereinandergeschlagenen Füße scheinen im Gegensatz zur straffen Figur etwas unbeholfen. Die großen Hände greifen weit aus. Das Haupt ruht auf der rechten Schulter. Die Augen sind fest geschlossen. Die gerade Nase unterstreicht die längliche Gesichtsform. Die Nase führt direkt in die Augenbrauen über, dadurch werden die Augenhöhlen geschaffen. Diese an eine Palme erinnernde Form prägte schon das Christusantlitz in frühchristlicher Zeit. Sie unterstreicht die Ebenmäßigkeit der Gesichtszüge und schafft zugleich durch die tiefliegenden, großen Augen einen sehr eindringlichen Ausdruck. Der Mund ist geschlossen, aber nicht verbissen. Trotz deutlicher Furchen wirkt das Gesicht entspannt. Die Dornenkrone ist nur angedeutet.

Was kann uns dieser Gekreuzigte sagen? Er hat die Augen geschlossen, seine ganze Gestalt strahlt Ruhe aus und eine Ferne zu dem Leben, das er erlebt hat. Dennoch wirkt er nicht abweisend, wir können mit unserem Leben vor ihm stehen, er nimmt uns mit hinein in seine Botschaft der Auferstehung.
Sein Leben spiegelt sich in seiner Gestalt: Füße, die auf den Straßen unterwegs waren, die zu den Menschen führen; Augen, die viel gesehen, Ohren, die viel gehört haben von den Menschen; ein Mund, der die Botschaft Gottes verkündete; ausgebreitete Arme, die die Menschen mit ihrem ganzen Leben an- und aufnahmen.
Man kann spüren, dass er um Sorgen, Nöte und Leid in diesem Leben wusste. Seine ganze Gestalt signalisiert, dass er aushalten musste auf dieser Welt.
In seinem Tod zeigt er den Weg zum Licht.

Eine zweite Gestalt ist mit dem Kreuz verbunden. Im unteren Teil kniet eine Frau mit ihrem Kind auf dem Schoß - Maria und Jesus. Ein kleines, nacktes Menschlein, durch eine Frau in diese Welt hineingeboren, wird uns in seiner ganzen Ursprünglichkeit vorgeführt: Gott ist wirklich Mensch geworden.

Auf der Grundplatte ist unsere Welt in zahllosen Details abgebildet: Menschen, Tiere, Pflanzen, Bäume, Häuser ...
In diese Welt wurde Jesus hineingeboren, in dieser Welt steht das Kreuz, in dieser Welt lebt der Auferstandene mitten unter uns, wird hier versinnbildlicht.

Die Grundplatte, auf der das Kreuz steht, ist unsere Welt. Durch Jesus wurde der Baum des Heiles in die Welt gepflanzt, der Baum des Heiles ist sein Kreuz. Er hat sterbend daran die Arme ausgebreitet. Weiter als im Gekreuzigtsein kann kein Mensch die Arme für uns öffnen. Der Baum des Lebens öffnet sich nach oben hin, Licht bricht durch die Blätter, Leben, Auferstehung leuchtet hindurch.
Möge dieses Kreuz den Menschen in Büchenbach auf dem Weg durch die Zeit in die Ewigkeit helfen.
(Geleitwort Heinrich Schreibers)

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Der Osterleuchter

Der Bronzeleuchter für die Osterkerze, die das ganze Jahr über bei Gottesdiensten entzündet wird, setzt ein Wort des Evangelisten Johannes ins Bild um:
Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein.
Wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.

Alle vier Seiten des Leuchters zeigen am Grund ein Samenkorn, aus dem eine Ähre herauswächst.
Johannes bezieht dieses sprachliche Bild auf Tod und Auferstehung Jesu. Es gibt uns die Hoffnung, dass nicht der Tod das letzte Wort über unser Leben hat, sondern Gott. Und Gott, der treu zu uns steht über den Tod hinaus, hat uns neues, unvergängliches Leben in Fülle zugesagt.

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Der Ambo

Der Ambo, das Lesepult, hat neben dem Altar gleichfalls eine wichtige Stellung im Altarraum. Er ist mehr als praktisches Lesepult. Der Ambo ist der Ort der Verkündigung der Frohen Botschaft, der Ort des Verlesens und Auslegens der Heiligen Schrift, der Ort, von dem aus der Vorsteher zu seiner Gemeinde spricht.
Schon seit frühchristlicher Zeit sind der Ort der Verkündigung und der der Eucharistie voneinander getrennt, jeder hat seine eigene Bedeutung in der Feier des Gottesdienstes.

Der Ambo der Apostelkirche ist gleich dem Altar aus dem Granit des Bodens gearbeitet - auch Gottes Wort hat seinen Platz auf dem Boden dieser Welt. Das bronzene Lesepult wird von mehreren Figuren getragen, die verschiedene Geschichten erzählen.

Rechts sind zwei Figuren zu sehen. Die größere Gestalt steht aufrecht, im Hintergrund wird der obere Teil des Kreuzes sichtbar - daran erkennt man Jesus, der seinen Arm um die Schulter der anderen Gestalt legt. Dieser blickt - fragend - zu Jesus auf, versucht, mit seiner großen Hand Jesus zu umfassen. Eine Schlinge liegt um seinen Hals, die nach oben in ein Blattwerk führt. Es ist Judas, der nach dem Verrat des Herrn Selbstmord begeht. Die Darstellung umfasst mehrere Erzählmomente, die sich nicht gleichzeitig ereignet haben.
Judas umarmt Jesus - damit ist der Verrat verbildlicht. Die Schlinge um den Hals verweist auf den Selbstmord des Judas, die Konsequenz, die er nach seinem Handeln zieht. Das Kreuz hinter Jesus deutet die Kreuzigung an. Mit dem Arm, den Jesus Judas um die Schulter legt, schließt sich der Kreis. Eindringlich wird klar, dass Jesus ihn, den Sünder, in seine Arme aufnimmt - eine Zusage, die auch uns gilt.

Die mittlere Figurengruppe schildert das zentrale Ereignis des Ostermorgens: die Verkündigung der Auferstehung Christi.
Die Darstellung ist ähnlich konzentriert und auf die beteiligten Figuren beschränkt wie in der frühchristlichen Ikonographie. Der rechts sitzende, ungeflügelte Engel wendet sich mit dem Redegestus den drei Frauen zu. Diese bilden rechts eine dicht gedrängte Gruppe. Sie drücken mit ihren erhobenen Armen ihr Erschrecken aus.
Der Engel aber wandte sich zu den Frauen und sprach: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier, denn er ist auferweckt worden, wie er gesagt hat.
(Mt 28, 5-6)
An hervorgehobener Stelle - dem Ort der Verkündigung - wird die zentrale Glaubenswahrheit der Auferstehung Christi bildhaft aufgezeigt. Die Darstellung des Gekreuzigten wird hier weitergeführt in die hoffnungsvolle Heilsbotschaft.
Jesus hatte um sich auch viele Frauen versammelt, einige von ihnen wurden zu den ersten Zeugen der Auferstehung. Frauen waren es, die als erste zum leeren Grab kamen, vor dem Engel nicht davonliefen und die Kunde von der Auferstehung des Herrn weitertrugen. Dies kann auch die Frauen heute ermuntern, mutig Zeugnis abzulegen, sich in der Kirche zu Wort zu melden und ihre Fähigkeiten einzubringen.

Rechts ist eine einzelne Figur angebracht. Sie hält den Kopf leicht erhoben, den Mund deutlich geöffnet. Der linke Arm und die linke Hand sind nach oben ausgestreckt, die Rechte weist zur Seite. Es ist die Gestalt des Propheten.
Der Prophet ist von Gott berufen, von seiner Offenbarung zu künden. Er hatte noch nie ein leichtes Amt. Gott berief immer Propheten als seine „Sprachrohre", ob sie wollten oder nicht. Die Figur am Ambo macht den Auftrag deutlich: mit dem leicht nach oben gewandten Gesicht und der erhobenen Linken wird ausgedrückt, wie der Prophet von oben Gottes Worte empfängt und annimmt. Die rechte Hand zeigt den Gestus des Weiterreichens des Gehörten, der Mund scheint laut und deutlich zu verkünden. Der Prophet ist ein Mahnender, der aufrüttelt und Umkehr fordert; er ist der Rufer nach Gerechtigkeit und Wahrheit; er kann auch Tröster sein in ausweglosen Situationen.
So wie die Menschen heute Apostel sein können - in der Nachfolge Zeugnis ablegend -, können sie auch Propheten sein - verkünden, aufrütteln und streiten um der Wahrheit willen.

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Der Tabernakel

Der Tabernakel - Ort der Aufbewahrung der geweihten Hostien - hat in der Apostelkirche die Form einer Wandnische. Er ist in den nordwestlichen Wandpfeiler, neben dem Eingang von der Sakristei her, eingelassen.
Auf dem Bronzerelief der Vorderseite ist die Emmaus-Erzählung (Lk 24, 13-35) dargestellt: Nach dem Ostergeschehen begegnen zwei Jünger auf dem Weg nach Emmaus Jesus, den sie nicht erkennen. Erst beim gemeinsamen Mahl wird den Jüngern beim Segnen und Brechen des Brotes bewusst, dass sie der Auferstandene auf ihrem Weg begleitete. Daraufhin verlässt Jesu sie wieder.

In drei Bildebenen kommen unterschiedliche Stationen der Erzählung zum Ausdruck. Am oberen Rand wurde durch Vertiefung des Reliefgrundes eine Bodenfläche für die zwei dem zentralen Thema vorausgehenden Erzählschritte geschaffen:
Klein angedeutete Felsen mit drei Kreuzen und einer Tempelkuppel versinnbildlichen Golgotha und Jerusalem: Ort der Kreuzigung und Auferstehung.
Drei kleine, wandernde Gestalten - ausgestattet mit dem Wanderstab -sind gemeinsam unterwegs: die zwei Jünger, mit Jesus in ihrer Mitte auf dem Weg nach Emmaus.
Das zentrale Geschehen bilden drei sitzende Figuren, deren mittlere ein Brot in Händen hält: der Moment, als die Jünger beim gemeinsamen Mahl Jesus erkennen.

Dass es dieser Moment ist, der hier wichtig ist, wird auch durch die Größenverhältnisse deutlich: die Darstellungen folgen perspektivisch dem zeitlichen Ablauf der Erzählung: Golgotha liegt weit und klein zurück; die Wandernden kommen näher; die Mahl-Szene mit den großen Figuren steht im Mittelpunkt.
Die Hauptszene ist beschränkt auf die Drei-Figuren-Gruppe. Jesus sitzt zwischen den beiden Jüngern, Tisch und Hocker sind nur angedeutet, der Hintergrund ist frei. Der Auferstandene ist gerade im Begriff, das Brot zu teilen. Den Jüngern scheinen die Augen aufzugehen.
Es wurde bewusst auf erzählende Elemente verzichtet, die die Mahl-Szene ausführlicher schildern oder in einen historischen Kontext stellen würden. Der Betrachter erfährt nichts über den Ort, an dem das Geschehen stattfindet, es sind kein Haus, kein Raum, keine Einrichtungsgegenstände abgebildet. Die Figuren sind nicht individualisiert oder typisiert, nicht ohne weiteres als Jesus und Jünger zu erkennen.
Wie die Jünger Jesus am Brotbrechen erkannten, so muss der Betrachter das Geschehen ebenfalls darüber erschließen.

Jeder von uns ist, wie die Emmaus-Jünger, unterwegs mit seinen Fragen und Glaubenszweifeln.
In Jesus Christus zeigt sich Gott als ein Gott-mit-uns,
als einer, der mit uns geht, der unsere Fragen und Zweifel aushält,
als einer, der sich im Zeichen des Brotes uns schenkt,
als einer, der uns selber Stärkung und Wegzehr auf den Straßen dieser Welt sein will.

Im Tabernakel wird das geweihte Brot aufbewahrt. Um alte und kranke Menschen, die nicht zum Gottesdienst kommen können, in die Gemeinschaft mit Jesus Christus und seiner Gemeinde mit einzubeziehen, wird ihnen von hier die Kommunion gebracht.

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Das Ewige Licht

In Verbindung mit dem Tabernakel steht das Ewige Licht. Das brennende Licht symbolisiert die Realpräsenz des Herrn in Gestalt der geweihten Hostie im Tabernakel.
Im Fuß des Lichtes ist der Zug der Israeliten durch die Wüste verbildlicht. Sie tragen die Bundeslade, in der ihre Heiligtümer verborgen sind, die Feuersäule zeigt ihnen den Weg.
In der christlichen Kunst wird die Bundeslade als Symbol für das Abendmahl verwendet, von daher rührt auch der Bezug zum Tabernakel. Bundeslade und Tabernakel bewahren das Heiligtum.
Im äußersten Eck ist König David mit seiner Harfe zu sehen. Er holte mit die Bundeslade von Juda nach Israel. Als Dichter der Psalmen und Sänger ist er häufig mit der Harfe dargestellt:

Der spielende David soll uns sagen, dass unterwegs sein nicht nur heißt, am Sonntag zum Gottesdienst zu kommen, sondern auch miteinander zu feiern.
(H. Schreiber)

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Das Taufbecken

Das Taufbecken steht - als Pendant zum Ambo - auf der Seite, von der die Kirche von außen her betreten wird. Der Täufling wird hier hereingebracht - in die Kirche und in die Gemeinde. Er wird aufgenommen in die Gemeinschaft der Gläubigen, in die Kirche. Eine Gemeinde Jesu ist nie eine geschlossene Gesellschaft, sondern sie muss ohne Vorbehalte Raum für die Menschen bieten, die Gottes Einladung folgen.
In der Taufe sagt Gott ganz explizit jedem einzelnen Menschen zu: Du bist meine geliebte Tochter - Du bist mein geliebter Sohn. Du bist mir einmalig wichtig und wertvoll. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, ich werde bei dir sein.

Auch bildlich wird das Aufnehmen in die Gemeinde umgesetzt. In den Taufstein ist eine Bronzeschale eingelassen, auf der viele kleine, im Kreis nebeneinander stehende Menschen dargestellt sind. Sie symbolisieren die Gemeinschaft der Getauften. Eine Lücke lässt Platz - für die, die durch die Taufe neu hinzukommen.
Auch für den, der die Kirche verlässt, kann der Taufstein Bedeutung haben:
Als Getaufter gehe ich immer wieder hinaus in die Welt, um Zeugnis abzulegen.

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