Zahl der Katholiken im Erzbistum Bamberg sinkt auf 669.115
Hohe Austrittszahl und leichter Anstieg bei Taufen und Trauungen
Die Zahl der Katholiken im Erzbistum Bamberg ist im Jahr 2018 auf 669.115 gesunken. Ursache dafür ist, dass deutlich mehr Sterbefälle (7141) und Austritte (6398) verzeichnet wurden als Taufen (4609), Eintritte (46) und Wiederaufnahmen (149). Nachdem die Zahl der Austritte in den vergangenen Jahren stagniert oder sogar gesunken war, liegt sie 2018 wieder auf einem neuen Höchststand.
Erzbischof Ludwig Schick zeigte sich besorgt über die hohe Zahl der Austritte. Sie seien in vielen Fällen die Reaktion auf die schlimmen Missbräuche, die im vergangenen Jahr infolge der MHG-Studie bekannt wurden; die Taten liegen zwar zum großen Teil Jahrzehnte zurück, werden aber jetzt gemeldet. „Die tieferliegende Ursache für die Kirchenaustritte dürfte aber die zurückgehende Kirchenbindung sein“, sagte Schick. „Wir müssen alles tun, um das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen, so dass die Kirche wieder einen festen Sitz im Leben der Menschen bei uns bekommt.“ Erfreut zeigte sich Schick über die um zwei Prozent auf 4609 gestiegene Zahl von Taufen, die im Jahr zuvor auf 4517 gesunken war. Ebenfalls um zwei Prozent stieg die Zahl der Trauungen von 1255 auf 1281, während bei den Erstkommunionen (-1,6 Prozent auf 4823) und Firmungen (-11,1 Prozent auf 3721) Rückgänge verzeichnet wurden.
Die Zahl der aktiven Diözesan- und Ordenspriester ging von 256 auf 246 zurück. Die Quote der regelmäßigen Sonntagsgottesdienstbesucher sank einer Stichprobenerhebung zufolge von 10,7 auf 10,4 Prozent.
Auf die zurückgehende Zahl der Gläubigen und die veränderten Bedingungen in Kirche und Gesellschaft, müsse die Kirche reagieren, sagte Schick. Eine Studie des Freiburger Forschungszentrums Generationenverträge hatte bereits im Mai eine Halbierung der Zahl der Kirchenmitglieder bis zum Jahr 2060 berechnet, wobei nur ein Teil auf demografische Faktoren zurückzuführen ist. „Die Austrittszahlen und die Anzahl der Taufen können durch gute Seelsorge und missionarisches Wirken beeinflusst werden. Wir müssen die Statistik als Weckruf zu mehr Engagement für das Evangelium und den Glauben betrachten. Wir brauchen neue Impulse in der Pastoral, insbesondere bei der Seelsorge für Familien, damit Eltern ihre Kinder taufen lassen und in die Kirche einführen“, so Erzbischof Schick.
Die heutigen pastoralen Erfordernisse und die neuen Zahlen machten es auch erforderlich, die Strukturen im Erzbistum anzupassen. Dafür seien die neuen Seelsorgebereiche gebildet worden, in denen ab 1. September die Verkündigung, die Gottesdienste, die Gemeindebildung und die Caritas gestaltet werden sollen. Zur Entlastung der Seelsorgerinnen und Seelsorger sollen Fachkräfte für die Verwaltungsaufgaben eingestellt werden.
Die Statistik der Deutschen Bischofskonferenz für alle Bistümer wird auf www.dbk.de veröffentlicht.