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Wohnhaus für pastorale Mitarbeiter

Wohnhaus St. Xystus
Datum:
Veröffentlicht: 19.10.18
Von:
Marcel Jungbauer, Pfarrer

Ein Haus für den Seelsorgebereich Erlangen-West

Nach etwas mehr als einem Jahr Bauzeit steht neben dem Verwaltungszentrum des Seelsorgebereichs ein Wohnhaus mit drei Zweizimmerappartements und einer Wohnung für den Pfarrer.

Am 21. Oktober 2018 weiht Erzbischof Dr. Ludwig Schick im Rahmen eines Abendlobs das neue Wohnhaus für die pastoralen Mitarbeiter im Seelsorgebereich Erlangen-West ein. Nach etwas mehr als einem Jahr Bauzeit steht neben dem Verwaltungszentrum des Seelsorgebereichs ein Wohnhaus mit drei Zweizimmerappartements (für Kaplan, seelsorgliche Mithilfe und Praktikanten) und einer Wohnung für den Pfarrer. Die Planung wurde vom Architekturbüro Bosch Schmidt aus Erlangen unter der stiftungsaufsichtlichen Betreuung des Erzbischöflichen Bauamts erstellt.

Die Appartements umfassen jeweils einen Wohnraum mit Küchenzeile, ein Schlafzimmer und eine Nasszelle. Eines der Appartements wurde behindertengerecht ausgeführt. Die Pfarrerswohnung ist zweiteilig angelegt. Im vorderen, gemeinschaftlich genutzten Teil liegen die Küche und das Esszimmer für alle im Haus wohnenden Mitarbeiter sowie eine Nasszelle und ein Gästezimmer. Der durch eine Tür abgetrennte hintere, privatere Teil der Wohnung beherbergt Wohn- und Arbeitszimmer, Bad und Schlafzimmer des Pfarrers.

Ein Bündel an Faktoren hatte zur Planung und Umsetzung des Neubaus geführt. Einerseits gehört der Seelsorgebereich Erlangen-West zu den Ausbildungsorten in unserer Diözese an dem Kapläne, ausländische Geistliche und Praktikanten Erfahrungen in ihrem Dienst sammeln können und benötigt dafür Wohnungen und Büros, zum Anderen hat sich der Seelsorgebereich in seinem Konzept die Errichtung eines Zentrums zur Aufgabe gemacht. Eine umfangreiche Sanierungsmaßnahme am alten Pfarrhaus der Pfarrei St. Xystus war Auslöser für eine grundlegende Neuplanung der Situierung von Büros und Wohnungen. Die Gremien der Pfarreien fassten den Beschluss, einen zentralen Verwaltungssitz mit Büros für alle Mitarbeiter im bisherigen Pfarrhaus St. Xystus unterzubringen. Es beherbergt heute elf Arbeitsplätze. Zu ersetzen blieb der dadurch weggefallene Wohnraum. Im Auftrag der Kirchenstiftung St. Xystus plante das Architekturbüro Bosch Schmidt ein Wohnhaus, das vielen Ansprüchen gerecht werden muss.

Es soll Wohnungen für die Geistlichen bieten, die im Seelsorgebereich tätig sind, jedoch so flexibel sein, dass Wohnraum bei Bedarf anderweitig vergeben werden kann. Das Haus muss die Logistik für eine vita communis bereit halten und auch in Einzelnutzung jeder Wohnung funktionieren. Die Architekten haben diese Forderung durch die Verbindung der abgeschlossenen Wohneinheiten mit einem offenen Laubengang umgesetzt. Wie in einer klösterlichen Anlage sind alle Wohnungen über diesen zentralen Gang zu erreichen. So entstehen Orte der Begegnung.

Wichtig war bei der Planung auch eine gute Einbettung des Neubaus in das vorhandene Ensemble aus Kirchenburg mit Mauer und altem Pfarrhaus. Die Architekten haben darum einen eher zurückgenommen Neubau hinter dem ursprünglichen Pfarrhaus realisiert, der sich in eine Bodenwelle duckt und die Traufhöhe des Altbaus nicht überragt. In den Linien und Formen des 21. Jahrhunderts ausgeführt steht der Neubau im engen Bezug zum denkmalgeschützten Nachbarn. Das frühere Pfarrhaus aus dem Jahre 1845 ist aus unverputztem Sandstein. Der Neubau wurde ebenfalls unverputzt mit einer Klinkerfassade in ähnlicher Farbgebung ausgeführt. Auch die Formen der großen Fenster sind aus dem Altbau übernommen. Die kleineren Fenster in der Fassade des Neubaus spiegeln die Maße der Fensterläden aus dem Altbau.

Zu den Ansprüchen eines Wohnhauses unserer Zeit gehören energetische Überlegungen. Dreifachglasfenster und eine Vollwäremschutz tragen zur Schonung der natürlichen Ressourcen bei. Ein spannendes und in seiner Wirkung sehr effektives Detail ist die Ausführung der obersten Geschoßdecke als leicht geneigtes Betondach. Durch die Masse dieses Deckels wird ein Raumklima erreicht, das - auch in heißen Sommern wie diesem - angenehme Innentemperaturen gewährleistet.

Mit dem Neubau des Wohnhauses ist im Zusammenspiel mit dem Verwaltungsgebäude ein pastorales Zentrum entstanden, das für die gegenwärtigen Bedürfnisse gut ausgelegt ist und genügend Kapazitäten für die anstehende Erweiterung des Seelsorgebereiches hat.