Zum Inhalt springen

Warum arbeite ich gerne in der katholischen Kirche ...

Leo Klinger
Datum:
Veröffentlicht: 13.8.22
Von:
Leo Klinger

Pastoralreferent Leo Klinger

Pastoralreferent Leo Klinger schreibt darüber, warum er gerne in der katholischen Kirche arbeitet.

Warum ich gerne in der kath. Kirche arbeite? – darauf könnte ich spontan vielfältige Antworten geben, z.B.

  • weil ich gerne mit Menschen zu tun habe und auch bereit bin, mich auf sie einzulassen
  • weil ich mich auf vielfältige, oft auch neue Begegnungen freue und dabei interessante Erfahrungen machen kann
  • weil mich die Gespräche mit den verschiedensten Menschen mehrheitlich bereichern und mitunter auch ganz neue Horizonte eröffnen
  • weil mein Berufsalltag sehr abwechslungsreich ist und ich mit verschiedensten Lebenssituationen in Berührung komme

Nun – so könnten Sie an dieser Stelle zurecht einwenden – das trifft auch auf viele andere Berufe zu …

Deshalb noch ein paar spezifische Antworten von mir als „Pastoralreferent“:

Ich arbeite gerne in der katholischen, d.h. umfassenden, weltumspannenden Kirche

  • weil ich in meinem Berufsalltag im wahrsten Sinne des Wortes „mit Gott und der Welt“ zu tun habe
  • weil für mich mein Beruf mehr ist als nur ein „Job“…
  • weil – und das ist letztlich das Entscheidende – die Grundlage für mein berufliches Tun und Handeln in der Kirche (und „Kirche“ ist für mich die „Gemeinschaft aller an Jesus Christus Glaubenden“!) die „Frohe Botschaft“ Jesu ist;
    eine Botschaft, die zum Gelingen des Lebens eines jeden Einzelnen und zu einem guten Zusammenleben aller Menschen beitragen will;
    eine Botschaft, die den Menschen nicht einengt und beschränkt, sondern vielmehr Befreiung und Erlösung bedeutet,
    eine Botschaft, die von der „Fülle des Lebens“ spricht (siehe Joh 10,10) und Hoffnung und Vertrauen schafft.

Wenn ich biografisch zurückdenke, so liegt der Ausgangspunkt meiner Berufswahl und die Begeisterung dafür sicher zu einem großen Teil in den positiven, prägenden Erfahrungen mit kirchlichen Leben in meiner Kindheit und Jugend (Ministrant, Jugendarbeit, Mesner, Organist in einer Dorfkirche im Frankenwald, …) und im Gottvertrauen meiner kirchlich engagierten Eltern und der Verwandtschaft.

Dazu kamen nach dem Abitur die für mich hilfreichen und kompetenten Informationen über den Beruf des Pastoralreferenten durch einen jungen Kaplan, der später Hochschulseelsorger und Theologieprofessor wurde, und die wohltuenden Erkenntnisse und Erlebnisse während des Theologie-Studiums, wo klar wurde, das „Glaube“ nicht etwas Zusätzliches, Aufgesetztes oder gar Bevormundendes bedeutet, sondern vielmehr eine befreiende, ermutigende Kraft für unser Leben sein will.

In der „Kirche“ - wie gesagt, ist sie für mich „die Gemeinschaft aller Getauften“ - wurde diese Botschaft – trotz aller Fehler, trotz allen Versagens und aller Schuld, die die Kirche auch auf sich geladen hat – über die Jahrhunderte bis in die heutige Zeit weitergetragen; und an uns, an allen Christinnen und Christen ist es, heute diese lebensförderliche Botschaft zu leben und weiterzugeben.

Als Hauptamtlicher, konkret als Pastoralreferent, möchte ich meinen Anteil dazu beitragen, so gut es geht, d.h. oftmals und zunächst als Hörender, wenn ich - wie anfangs gesagt – den verschiedenen Menschen in der Kirchengemeinde und (ganz wichtig) auch darüber hinaus begegne. Denn wir sollen (so sagt ein flotter und doch nachdenklich stimmender Satz) bei unserem Reden den Menschen nicht Antworten geben auf Fragen, die sie gar nicht gestellt haben, sondern wir sollen als Christen die Frohe Botschaft so umsetzen und mit Leben füllen, dass andere wie beim Propheten Sacharja zu uns sagen: „Wir wollen mit euch gehen, denn wir haben gehört: Der Herr ist mit euch.“ (Sach 8.23)

Lasst uns also gemeinsam – als Haupt- und Ehrenamtliche, als Engagierte und Interessierte - miteinander den Aufbruch und Veränderungen zum Guten wagen – auch das hat Kirche (als „semper reformanda“) über die Jahrhunderte hinweg ausgemacht und gekennzeichnet.

Und deshalb arbeite ich gerne und auch weiterhin in dieser Kirche und habe meine damalige Berufswahl bis heute nicht bereut!

Herzlich grüßt Sie
Ihr Pastoralreferent Leo Klinger