Warum arbeite ich gerne in der katholischen Kirche ...

Gemeindereferentin Christine Held-Winkelmann
Bei der Bewerbung für einen Studienplatz der Religionspädagogik musste ich 1983 ein schriftliches Statement schreiben: Begründung der Studienwahl. Also: Warum will ich Gemeindereferentin werden? Warum will ich in katholischer Kirche arbeiten?
Da waren meine durchweg positiven Erfahrungen mit Gemeinde und Kirche. Ich hatte Gemeinde und Glauben von vielen Seiten kennengelernt: in der Familie, in der Jugendarbeit bei KJG und Kolping, durch persönliche Begegnungen mit Ehren- und Hauptamtlichen der verschiedenen Berufsgruppen, durch Katholikentage, Zeltlager, Urlaubsfahrten, durch Religionsunterricht und durch Gesang in Kinder-, Jugend- und Kirchenchor.
Durch all diese Erlebnisse entstand schon früh der Wunsch, auch anderen Menschen Räume der Gotteserfahrung zu ermöglichen und zu eröffnen. Die Wege zum Glauben sind verschieden und nicht jede Möglichkeit bewirkt eine große Gottesbegegnung. Aber einen Rahmen schaffen, eine gute Form finden vom Glauben, von Gott, vom christlichen Leben und dem Wort Gottes zu sprechen – dafür wollte ich meine Fähigkeiten einsetzen. Fürs Studium war mir dabei immer die praxisnahe Ausbildung wichtig – deshalb mein Schwerpunkt auf der Religionspädagogik.
Das Berufsbild der Gemeindereferentin hat sich seit damals sehr gewandelt. Viele Tätigkeiten, Zuständigkeiten und Arbeitsfelder sind dazu gekommen, vieles wird heute völlig anders umgesetzt.
Aber der Grund für meine Berufswahl ist geblieben: den Menschen Wege zum Glauben eröffnen.
Bei schwierigen Situationen und in Krisenzeiten der Kirche und des Glaubens ermutigt mich immer wieder das Bild des Gärtners (frei nach dem Gleichnis des Sämanns):
Der Gärtner bereitet den Boden, pflanzt und sät, gießt, hofft auf Sonne und Regen, jätet das Unkraut. Er (oder natürlich auch sie) gibt sich alle Mühe und ist doch nicht, der der es wachsen lässt. Und manchmal wachsen auch ganz andere ungeplante Pflanzen, die den Garten aber ebenfalls bereichern.
Und so bleibe ich bei dieser Kirche, bei dieser immer noch hoffnungsvollen Menschengruppe, die auf dem Weg des Glaubens unterwegs ist:
Einsam bist du klein, aber gemeinsam werden wir Anwalt des Lebendigen sein.