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Warum arbeite ich gerne in der katholischen Kirche ...

Mathew Kiliroor
Datum:
Veröffentlicht: 30.7.22
Von:
Mathew Kiliroor

Pfarrer Mathew Kiliroor

Pfarrer Mathew Kiliroor schreibt darüber, warum er gerne in der katholischen Kirche arbeitet.

Es sind manche Anlässe im Leben, wo man seltene Fragen gestellt bekommt, z.B. bei runden Geburtstagen, Jubiläen oder beim Abschied von einem langjährigen Wirkungsort.
Neulich stellte ein junger Mann eine solche Frage an mich: „Herr Pfarrer warum sind Sie Priester geworden? Wenn Sie die Lage der Kirche bei uns betrachten, würden Sie jemand raten so eine Entscheidung zu treffen?“

Diese Frage hat mich nachdenklich gemacht. Natürlich ist es eine Krisenzeit für die Kirche, aber Krisen ermöglichen auch eine Wende. Ich glaube fest daran, dass Gott unser Leben fügt. Es ist nicht einfach Zufall. Alfred Delp hat in seinen Tagebuchnotizen diesen Satz geschrieben. „Gottes Kraft geht alle Wege mit“.
Ich werde dazu schreiben, Er geht auch Krisenwege mit. Sein Ruf: „Komm, folge mir nach“, ist auch an mich persönlich gerichtet, das ist meine Überzeugung.
Damit meine ich: Er hat mich eingeladen, nicht auf Grund meiner Verdienste, sondern aus Liebe Jemand zu sein. Er hat mich berufen etwas zu tun, was kein anderer genauso machen kann. Das heißt diese Berufung ist auch gleichzeitig eine Sendung. Er erwartet eine großherzige Antwort von mir.

Die Bibel versteht Lebens-Geschichte als Heilsgeschichte. Daher glaube ich, dass Gott aus meiner Lebensgeschichte eine Heilsgeschichte machen möchte für mich und auch für diejenigen, zu denen er mich sendet. Die Liebe zu Jesus und zu den Mitmenschen ist die Antwort auf Berufung. Begegnung ist das wichtige Medium dafür. Was da geschieht – Schenken und Geschenkt werden – ist ein personales Tun: Zuwendung, Zuhören, Zeit-schenken, also mein Hoffen, Lieben und Mitleiden mit den Anderen zu teilen.
Diese Überzeugung, was meine Priesterberufung mir bedeutet, ist in diesen Priester-Jahren gewachsen und wenn ein jüngerer Christ/in sich davon angezogen fühlt, dann bin ich froh und dankbar.