Warum arbeite ich gerne in der katholischen Kirche ...
Pastoralreferent Georg Kotschenreuther
Wenn wir aufhören uns zu begegnen,
ist es wie wenn wir aufhören zu atmen. (Martin Buber, jüdi. Religionsphilosoph)
Mein Name ist Georg Kotschenreuther , ich bin verheiratet, habe zwei erwachsene Kinder und bin von Beruf Pastoralreferent. Ich bin sowohl in der Gemeindeseelsorge als auch in der Klinikseelsorge tätig.
Auf die Frage, warum ich in der katholischen Kirche gerne arbeite, fällt mir aus jedem dieser Bereiche jeweils eine Szene ein.
Klinikseelsorge Herzogenaurach
Ich höre den Anrufbeantworter im Seelsorgebüro der Fachklinik Herzogenaurach ab. Die Tochter einer Patientin, die weiter weg wohnt, bittet mich, ihre Mutter zu besuchen.
Ich mache mich auf den Weg zur genannten Station, melde mich beim Stationszimmer und kündige dort meinen Besuch an. Ich bin gespannt, was mich hinter der Krankenzimmertür erwartet. Kann sein, dass es der Patientin schlecht geht, Medikamente ihr zusetzen, sie müde ist und mich gleich wieder wegschickt.
Ich habe Glück, als ich mich vorstelle und sage,dass ich von der katholischen Klinikseelsorge bin, werde ich freundlich begrüßt.
„Eigentlich bin ich ja evangelisch“, sagt die Patientin, aber das sei egal, sie sei froh, dass jemand sich Zeit nimmt und nach ihr umschaut. „Am Anfang meines Klinikaufenthaltes war ich sehr mit mir selbst beschäftigt“, erzählt sie mir, „ und musste den Schock einen Schlaganfall erlitten zu haben, erst mal verdauen, und realisieren: Von nun an ist alles anders!“
Nach einer gewissen Zeit hatte sie das Bedürfnis all das, was ihr so im Kopf rumging, neu zu ordnen und im Gespräch wieder einen Sinn für Ihr Leben zu finden.
"Einfach jemanden zu haben, der zuhört, mit dem man alles besprechen kann, so ein Begegnung tut gut“, sagt sie gegen Ende unseres Gespräches.
Gemeindeseelsorge Dechsendorf Weiher
Es ist Festtag Christi Himmelfahrt, der am Dechsendorfer Weiher vor herrlicher Kulisse regelmäßig begangen wird.
Wochen vorher haben wir diesen ökumenischen Gottesdienst mit der evangelischen Schwestergemeinde geplant. Viele Menschen engagieren sich im Vorfeld:
organisieren ein Kinderprogramm, stellen Bänke schon früh morgens auf, sorgen für das leibliche und seelische Wohl. Dann ist es soweit. Eine Band spielt moderne Lieder, Fürbitten werden vorgetragen, es wird gebetet und gesungen.
Alt und Jung, Alleinstehende und Familien mit Kindern, Gläubige und Zweifelnde, ein bunt gemischte Gemeinschaft, ist froh, nach schwierigen Zeiten der Pandemie dieses Ereignis feiern zu können. Am Ende haben alle das Gefühl, die Arbeit für dieses Fest der Begegnung hat sich gelohnt. Sie freuen sich schon auf nächstes Jahr, wenn es wieder heißt:
Einfach himmlisch! Christi Himmelfahrt am Dechsendorfer Weiher!
Gerne arbeite ich so in einer Kirche, die Räume der Begegnung im Sinne Jesu zum Wohl der Menschen schafft, denn ...
„Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ (Martin Buber, jüdischer Religionsphilosoph)