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Warum arbeite ich gerne in der katholischen Kirche ...

Marcel Jungbauer
Datum:
Veröffentlicht: 16.7.22
Von:
Marcel Jungbauer

Pfarrer Marcel Jungbauer

Pfarrer Marcel Jungbauer schreibt darüber, warum er gerne in der katholischen Kirche arbeitet.

Ich arbeite in der Kirche, weil sie für mich die Gemeinschaft ist, in der Gottes Dasein spürbar wird.

Aus den vielen Erfahrungen, die mich bewegen, will ich drei Gesichtspunkte herausgreifen.

In der Gemeinschaft der Kirche begegnet mir Gott in Menschen.

Ich bin regelmäßig begeistert darüber, wie viele Menschen (trotz aller Probleme der Institution) in kirchlichen Gruppen und Kreisen für einander da sind. Ich denke an die Jugendlichen, die ehrenamtlich die Zeltlager vorbereiten und begleiten oder Gruppenstunden leiten, in denen niemand der Erste sein oder sich im Wettbewerb durchsetzen muss, sondern einfach da sein darf. Ich erlebe Kirche als Gemeinschaft, in der Behinderte und Nichtbehinderte, Einheimische und Flüchtlinge, Gebrechliche und Fitte einen Platz finden, weil sie, wie jeder Mensch, ein Abbild Gottes sind. Durch uns wird Gott spürbar in der Welt.

In der Gemeinschaft der Kirche begegnet mir Gott in den Feiern der Gottesdienste.

In der Taufe versprechen wir dem neuen Leben: „Jesus Christus ist ein Schutz, der dich nie verlässt und alles Böse von dir fern hält.“ Die Eltern dürfen sich darauf verlassen, dass da noch eine Hand aus dem Himmel ihr Kind führt, wenn es seine Welt erkundet.

In der Trauung ist es der Braut und dem Bräutigam wichtig, gesagt zu bekommen, dass ihre Liebe etwas Himmlisches ist und Gott sie will. Wir dürfen ihnen sagen, dass Gott in den guten Tagen mitgeht und in den schweren Tagen mit ihnen trägt.

Selbst in Krankheit und Tod haben wir eine Botschaft und Zeichen, in denen Gott selbst Trost und Hoffnung schenkt. Das spürt man an Kranken, bei der Krankenkommunion, wenn ihnen ein Besuch neue Kraft gibt. Das spürt man an Trauernden bei denen sich ein Lächeln unter die Tränen schiebt, wenn wir im Gottesdienst an das Leben eines lieben Menschen erinnern, das jetzt auf immer bei Gott ist.

In der Gemeinschaft der Kirche begegnet mir Gott, in seiner Botschaft.

Wenn wir dafür stehen, dass das Leben vom Anfang bis zum Ende wertvoll und beschützenswert ist und nicht in Frage gestellt werden darf. Denn jede und jeder von uns war am Anfang auch nur ein ganz kleines Leben und wollte nicht abgelehnt werden. Ebenso ist das Leben bis zum Ende wertvoll und soll Sorge und Pflege erfahren. Ich bin froh, dass Menschen die Botschaft von der Nächstenliebe leben. Das geht nicht alleine. Das geht nicht ohne die Stärkung vom Himmel. Das geht in Gemeinschaft. Das geht mit Gottes Hilfe und wird dann ganz oft zum Fest des Lebens. Das finde ich in der Gemeinschaft der Kirche.