Veränderungsprozess der Pfarrei

Wird unsere Kirche abgerissen?
In den letzten Tagen und Wochen sind vermehrt Gerüchte im Umlauf, wonach unsere Kirche abgerissen werden würde oder in unserer Pfarrei kein Angebot mehr für Gläubige stattfinden würde.
Das stimmt nicht! Das entspricht nicht der Wahrheit!
Mit Gottesdiensten, dem Kindergarten, einer hervorragenden Jugendarbeit durch die Ministranten und die Pfadfinder, der Kolpingsfamilie und den Chören haben wir in der katholischen Pfarrei Maria Heimsuchung Bubenreuth ein aktives Gemeindeleben. Dieses wird getragen von engagierten Hauptamtlichen und vor allem durch viele Ehrenamtliche.
Gleich an dieser Stelle sind Sie eingeladen, nicht nur teilzuhaben, sondern gerne auch mitzuarbeiten. Kirche ist nicht „nur“ das Haus. Kirche, das ist die Begegnung von Menschen und dazu sind Sie herzlich eingeladen.
Gesellschaftlich ist allerdings zu erkennen, dass das Interesse an Kirche seit Jahren sinkt und die Zugehörigkeit zu einer Kirche stark abnimmt. Ohne die Gründe zu diskutieren – diese liegen meist nicht am Angebot vor Ort – hat das zur Folge, dass die durch die Kirchensteuern verfügbaren Mittel stetig sinken. Nach neuesten Informationen sinken diese Einnahmen derart rapide, dass ab 2030 lediglich noch eine Kirche pro Seelsorgebereich durch das Bistum Bamberg bezuschusst werden wird. Die übrigen Kirchen sind dann von den Gemeinden selbst zu finanzieren. Heute gibt es 12 Kirchenorte und noch mehr Kapellen.
Die gesellschaftliche Entwicklung hat also Auswirkungen auf unsere Pfarrei vor Ort. Der Erhalt der Gebäude, die Finanzierung des Personals und die Ausgaben des Gemeindelebens gestalten sich zunehmend schwieriger. Mit großem Engagement und zukunftsgerichtetem Blick haben die Mitglieder der Kirchenverwaltung dieser Entwicklung seit Jahren bereits gegengesteuert und durch die Baumaßnahmen Einnahmen generiert. Trotzdem ist es an der Zeit, die Einnahmen und Ausgaben, vor allem zusammen mit den Prognosen der gesellschaftlichen Entwicklung, gegenüberzustellen und einen Weg für eine langfristig solide Zukunft zu bauen.
Eine weitere Schwierigkeit sind die Besitzverhältnisse der Josefskirche. Rechtlich gehört die Josefskirche dem Förderverein der Pfarrei Maria Heimsuchung Bubenreuth (früher Kirchenbauverein) und nicht der Pfarrei. Unterhalt, Sanierung und Versicherung sind von diesem Verein zu tragen.
Aufgrund der wenigen verbliebenen Mitglieder wurde dieser Verein zuletzt aufgelöst. Laut Satzung fällt der Besitz – also die Josefskirche – damit an die Kirchenstiftung (also die Pfarrei). Dies hat die Stiftungsaufsicht der Diözese abgelehnt. Damit besteht der Verein vorerst weiter, obwohl er sich den Besitz nicht leisten kann.
Die Pfarrei Maria Heimsuchung steht also vor großen Herausforderungen!
ABER: Die Pfarrei Maria Heimsuchung hat mit ihren aktiven Gläubigen nicht nur ein reichhaltiges Gemeindeleben, sondern einen riesigen Schatz an Menschen, die sich begegnen wollen, die ihren Glauben leben wollen und für die dazu ein Ort unglaublich wichtig ist. Diesen Ort wird es weiterhin geben!
Es wird weiterhin eine katholische Kirche in Bubenreuth geben!
Es wird weiterhin Räume für unsere Pfadis, unsere Minis, den Kindergarten, die Chöre und die Kolpingsfamilie geben.
Die gewählten Vertreter von Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung haben sich mit unserem Pfarrer Marcel Jungbauer und unserer Gemeindeleitung Beate Herrmann verständigt, einen Weg für die Zukunft zu erarbeiten. Heute stehen wir in diesem Prozess am Anfang. Dieser Prozess wird Monate, wenn nicht Jahre dauern, schließlich will alles gut abgewogen sein. Geben Sie uns die Zeit.
Im Laufe des Prozesses werden wir Sie immer wieder informieren. Unser führender Informationskanal sind natürlich die Vermeldungen in den Gottesdiensten. Aber auch über unserer ökumenische Kirchenzeitung „Die Brücke“ und unsere Homepage werden wir informieren. Gerne können Sie auch unsere Pfarrgemeinderäte und die Mitglieder der Kirchenverwaltung ansprechen.
Vertrauen Sie auf unseren Herrgott! Und vertrauen Sie auf unsere Räte!
Bringen Sie sich ein und arbeiten Sie mit. Kirche und Gemeindeleben lebt von der Begegnung.
Eine Einladung: Je größer die Herausforderung, desto wichtiger ist ein starker Rat! Die Kirchenverwaltung wird im laufenden Jahr neu gewählt. Schon heute sind Sie nicht nur eingeladen zu wählen, sondern sich wählen zu lassen. Haben wir in unserer Pfarrei nicht genügend wählbare Kandidaten, so wird die Stiftung künftig in die Gesamtkirchenverwaltung integriert und andere entscheiden über uns.
gez. Tobias Eger
für den Pfarrgemeinderat