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Unterwegs mit der Familie

Ruth in San Carlos
Datum:
Veröffentlicht: 21.6.13
Von:
Ruth Meißner

Ruth in San Carlos - ein sechster Brief!

"Panama-Kanal, Canyon von Somoto, Canopy, der höchste Berg Costa Ricas, Schokoladenfabrik und selbst gemachte Schokolade, Traumstrände, der nicaraguanische Schwarzwald, Kaimane, Eisvögel, Affen, Faultiere, Papageien & Co und zwischen all diesem, meine Familie."
Ruth Meißner berichtet ein weiteres Mal aus Nicaragua und vom Besuch ihrer Eltern und Geschwister.
Ruth in San Carlos

San Carlos, 8. Juni 2013

Hallöchen zusammen =)

Panama-Kanal, Canyon von Somoto, Canopy, der höchste Berg Costa Ricas, Schokoladenfabrik und selbst gemachte Schokolade, Traumstrände, der nicaraguanische Schwarzwald, Kaimane, Eisvögel, Affen, Faultiere, Papageien & Co und zwischen all diesem, meine Familie.

Meine letzten Wochen waren voll von so vielen Eindrücken. Aber das Besonderste war auf alle Fälle, dass ich sie mit meiner Familie, meinen Eltern und meinen Geschwistern teilen konnte. Von „meiner“ Welt hier in Skype zu erzählen ist eine Sache – sie ihnen dann aber auch noch wirklich zeigen zu können, ist etwas ganz anderes. Schon alleine das Gefühl, sie aus dem Flughafengebäude kommen zu sehen ist unbeschreiblich – pures Glück. Als ich sie nach so langer Zeit zum ersten Mal wieder „richtig“ gesehen habe, ist mir erst so richtig bewusst geworden, wie sehr ich sie eigentlich vermisst habe. Denn auch wenn ich hier glücklich bin, nichts und niemand kann meine Familie ersetzen!
Deshalb waren die zwei Woche mit ihnen (bzw. drei mit Papa) richtig unglaublich – und das nicht wegen der unbeschreiblich schönen Natur Nicaraguas sondern einfach das Zusammen-Sein, das vertraute gemeinsam Zeit-Verbringen, sogar die kleinen Streitigkeiten, die bei so einem Urlaub entstehen, habe ich vermisst!

Genauso spannend war es aber auch, Nicaragua aus ihren Augen, als „Neuankömmlinge“ zu betrachten.
Alles, was für mich schon längst Alltag geworden ist, völlig normal und fast schon unbemerkt, war für sie etwas völlig neues, völlig überraschendes, völlig anderes: Dass dir im Bus Prediger aus der Bibel zitieren  und du einfach alles, was dein Herz begehrt, kaufen kannst, ohne auch nur vom Sitz aufzustehen, weil sich Verkäufer mit Essen, Getränken, Schmuck oder Schreibwaren durch den vollen Bus quetschen. Dass man sein Busticket nicht vorher kaufen kann, sondern eben eine Stunde vorher da sein muss. Dass der Strom eben einfach mal ausfällt und man nichts anderes tun kann als abwarten.

Jetzt wissen sie, was es bedeutend, eine Stunde auf den Bus zu warten und dann noch sieben Stunden nach Managua zu fahren – in einem der amerikanischen Schulbusse. Sie wissen, von wem ich rede, wenn ich sage, dass ich mich mit Bielka am Malecon getroffen habe oder dass ich mit Sugeyling auf dem Sofa liegend einen Film geschaut habe. Oder wie wunderschön es wirklich ist, den Sonnenuntergang am Malecon von San Carlos zu sehen.

Danke, dass ihr euch bis hierher nach Nicaragua aufgemacht habt, um mich zu besuchen, um das Land selbst zu besuchen, das ich kennen und lieben gelernt habe! Es war einfach eine unglaublich Zeit mit euch! =)

Ich hab euch lieb! Danke, Mama, Papa, Susi und Bene!

Bis in zwei Monaten,
eure Ruth

Ruth in San Carlos
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