Tag der Heiligen Elisabeth

St. Elisabeth
Die Tribute Lisbeths
Vielleicht kennen Sie die Buch- und Filmreihe „Die Tribute von Panem“? Im ersten Teil dieser fikitven Romanreihe werden Menschen ausgelost, um in einer düsteren Zukunft gegeneinander eine moderne Art von Gladiatorenkämpfen auszutragen.
Die Wahrscheinlichkeit, als Teilnehmer dieser Kämpfe ausgelost zu werden – und dabei zu sterben – steigt für die armen Bewohner des Staates Panem, je öfter sie darauf angewiesen sind, von der Regierung Brot als Lebensmittelration abzuholen. Die Staatsobrigkeit Panems unterdrückt die Bevölkerung auf perfide Weise und bezeichnet die Teilnehmer an diesen sogenannten Hungerspielen als Tribute, als Leistung, die die
Bevölkerung in Form von Todesopfern dem Staat darzubringen hat.
Ganz anders, ja geradezu umgekehrt hat die heilige Elisabeth von Thüringen, derer wir am 19. November gedenken, gehandelt: Sie hat als Landgräfin, und so als Teil der staatlichen Obrigkeit,
versucht, die Armen gerade nicht zu unterdrücken, sondern sich für Bedürftige einzusetzen. Auch wenn sich die Geschichte des Rosenwunders vermutlich von ihrer Namenskollegin, der heiligen
Elisabeth von Portugal, auf die Thüringerin übertragen hat und die historische Forschung mittlerweile auch Kritik an der Person Elisabeths geübt haben mag, so bleibt ihre soziale Fürsorge für Arme ein Ideal christlicher Nächstenliebe. Und Elisabeth von Thüringen hat so nicht dem Staat, sondern Gott
allein einen unblutigen und wahrlichen Tribut geleistet.
Marco Weis