Stellungnahme des Erzbistums Bamberg zum Motu Proprio „Summorum Pontificum“
„Über den Gebrauch der römischen Liturgie aus der Zeit vor der Reform von 1970“
Es gibt in der katholischen Kirche einzelne Gläubige und ganze Gruppen, die die heilige Eucharistie lieber in der Form, wie sie vor dem Konzil üblich war, feiern möchten. Dies wird ihnen durch das Motu proprio erleichtert. Auch bisher war die Messfeier in der früheren Form möglich. In unserem Erzbistum wird sie seit Jahren in Bamberg und in Nürnberg gefeiert. Sie kann jetzt in Absprache mit dem jeweiligen Pfarrer auch an anderen Orten verwendet werden.
Die Normen des Motu proprio sind in sich klar. Wir werden den Text im Amtsblatt veröffentlichen und bei der Umsetzung im Erzbistum mithelfen. Eine gewisse Vielfalt in der Liturgie gehört schon immer zur Tradition der Kirche. Das beweisen beispielsweise der sog. „Mailänder Ritus“ in der Diözese Mailand oder die „mozarabische“ Liturgie in Spanien sowie die Liturgien der katholischen orientalischen Kirchen. Es handelt sich also auch bei der „alten“ bzw. „neuen“ Art und Weise, die Eucharistie und andere Sakramente zu feiern, um zwei Formen ein und der selben Liturgie, wie der Papst ausdrücklich betont. Deshalb sollen alle die jeweils andere Form respektieren und akzeptieren; darauf legt das „Motu proprio“ großen Wert.
Papst Benedikt XVI. stellt fest, dass das unter Papst Paul VI. erneuerte Messbuch „die normale Form - die Forma ordinaria - der Liturgie der heiligen Eucharistie ist und bleibt.“
Um den Gottesdienst in welcher Form auch immer mit ganzheitlicher innerer und äußerer Teilnahme zu feiern, ist es wichtig, den Geist der Liturgie zu kennen und sich auch an die geltenden Normen zu halten.
Ich bitte mit Papst Benedikt XVI. die Priester, Diakone, Ordensleute und alle Gläubigen im Erzbistum Bamberg, die Eucharistie und alle Sakramente im ehrfürchtigen Vollzug der liturgischen Vorgaben so zu feiern, dass ihr spiritueller Reichtum und ihre theologische Tiefe sichtbar werden. Jede Eucharistiefeier soll die Gemeinde mit Jesus Christus, untereinander und mit der Gesamtkirche einen.