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Ruth in San Carlos - II

Ruth in San Carlos
Datum:
Veröffentlicht: 4.10.12
Von:
Ruth Meißner

Der zweite Brief von Ruth Meißner aus Mittelamerika

Ruth Meißner berichtet zum zweiten Mal aus Mittelamerika:
Jetzt sind fünf Wochen vergangen, seit ich in Nicaragua bin (ja, ich hab die Überfahrt von Costa Rica hierher sehr gut überstanden). Dennoch habe ich meine Stelle bei Arete, dem Gewaltpräventionsprojekt in San Carlos noch nicht angetreten, bisher war ich hier in Granada, um meine Spanischkenntnisse an einer Sprachschule zu verbessern.
Ruth Meißner

Granada, 30. September 2012

¡Buenos días!

Jetzt sind fünf Wochen vergangen, seit ich in Nicaragua bin (ja, ich hab die Überfahrt von Costa Rica hierher sehr gut überstanden). Dennoch habe ich meine Stelle bei Arete, dem Gewaltpräventionsprojekt in San Carlos noch nicht angetreten, bisher war ich hier in Granada, um meine Spanischkenntnisse an einer Sprachschule zu verbessern. Und was soll ich sagen? Creo que ahora mi grammatica es mucho mejor y también puedo hablar más rápido… ;-) Zu deutsch: Ich glaube, dass jetzt meine Grammatik viel besser ist und ich auch schneller sprechen kann. Aber trotzdem keine Garantie auf „Fehlerfreiheit“ =)

Erst neulich bin ich „nochmal“ hier angekommen. Ich durfte richtig erleben, wie „beautiful“ wir chelas =Weiße sind:
Da ist ein Linienbus doch tatsächlich, während ich auf dem Weg zur Sprachschule war, im Schritttempo neben mir hergefahren und der Busfahrer mit seiner (ebenfalls männlichen) Crew winkte mir zu und sagte nette Sprüche auf Spanisch. Das übertraf wirklich alles, was ich bisher erlebt hatte! Und einfach nur ignorieren, wie ich sonst immer reagiere, funktionierte dann auch nicht wirklich… Aber lachen ist immer gut =)
Mein Spanischlehrer kommentierte das ganze nur mit einem „Bienvenidos a Nicaragua“.

Aber auch sonst waren die fünf Wochen ganz schön ereignisreich, deswegen hier nur ein paar Stichwörter: Bootstour, eine unglaublich tolle und nette Gastfamilie, wildlebende Affen, Erdbeben, Canopy, unglaublich reines Wasser, Radtouren, Mercado von Masaya, neue Schuhe, Gastbruder aus Dänemark und viele andere neue Freunde, völlig missglückte Käsespätzle, dafür aber ziemlich guter Schweinebraten mit selbstgemachten komischen Knödeln;-), unzählige Stunden im Eurocafé, vieeeeeel Spanischunterricht, der aber richtig toll und unglaublich witzig war, viel Müdigkeit und und und – ich könnte hier noch so viel nennen!

Aber ich war nicht nur die ganze Zeit in Granada. Louisa – ihr könntet sie aus dem IKJA kennen – ist hier gerade auf Zentralamerika-Rundreise und hat mich bei der Gelegenheit gleich mal besucht. Wir sind dann noch zusammen in die Kolonialstadt León gefahren. Sie war wirklich schön.
Auch waren wir Vulcano-Boarden. Was ist das? Einmal auf einem Holzbrett mit einem schicken orangenen Overall einen ca. 700m hohen Vulkan, der nur aus schwarzem Vulkangestein besteht, in Schuss herunterfahren. Das ist ein bisschen wie „Poporutschen“ im Schnee, nur dass man mit sehr viel mehr Geschwindigkeit unterwegs ist und man beim Fallen nicht im weichen Schnee, sondern auf unzähligen Stein(ch)en landet! War aber sehr witzig!

Aber jetzt geht dann der „Ernst der Arbeit“ los. Morgen fahre ich mit einem Direktbus nach San Carlos und werde dann im Laufe der Woche bei Arete anfangen. Ich freue mich schon richtig und bin gespannt wie das wird, schließlich waren letztes Jahr vier Freiwillige da und dieses Jahr arbeite nur ich bei Arete…
Das nächste Mal also ein richtiger Bericht von meiner Arbeit!

¡Nos escuchamos!

Ruth

 

Wer gern mehr lesen will: ruthinsancarlos.jimdo.com
Das Passwort kann man im Büro erfragen.