Randbemerkungen
Ausverkauf im Paradies
geheimnisvolle grüne Lunge der Welt,
Ökosystem mit einzigartiger Artenvielfalt,
größtes natürliches Wasserstraßennetz der Erde,
tausende Jahre alter Regenwald,
gigantischer Kohlenstoffspeicher,
Heimat für 22 Millionen Menschen
und 8 Millionen verschiedene Tier- und Pflanzenarten.
Amazonien:
Schöpfung in ihrer Fülle,
wundervoll und wunderschön
und wundersam billig.
Das Land wird verscherbelt,
wenn’s sein muss mithilfe billiger Kredite.
Ausverkauf im Paradies, um die Produktion
von Rindfleisch, Zuckerrohr und Soja zu erhöhen.
Amazonien:
das Zuhause von Fabricio und Letícia.
Die beiden Kinder hocken auf dem, was übrig bleibt,
wenn die Profitgier eindrischt auf 500 Jahre gewachsene Natur.
Die Paranussbäume Brasiliens stehen unter Schutz,
doch im Sekundentakt wird abgeholzt,
was unwiederbringlich verloren bleibt:
der tropische Amazonasregenwald.
„Das Holz stirbt aus“,
sagen die Menschen im brasilianischen Bundesstaat Pará.
„Armutsbekämpfung durch Wachstum“, verheißt die Regierung.
Wachstum der Weideflächen für die Rinderherden.
Wachstum der Ackerflächen für den Anbau von Soja und Zuckerrohr.
Wachstum des Bruttoinlandsproduktes.
Wachstum, das Amazonien das Leben kostet
und nur Wenigen Reichtum bringt.
Zurück bleiben die Armut
und die Perspektivlosigkeit
an den gerodeten Flächen,
auf den ausgelaugten Böden,
an den verschlammten Flussläufen,
unter einem staubigen Himmel,
inmitten des zerstörten Regenwaldes,
der nun niemandem mehr gehören will.
Mit dem Amazonasregenwald
gerät auch das Weltklima ins Wanken.
Welche Botschaft liegt für m i c h
in dieser bitteren Wahrheit verborgen?
„Nein“ möchte ich sagen zu allem,
was Gottes Schöpfung knechtet, lähmt, zerstört, tötet.
„Ja“ möchte ich sagen zu allem,
was Gottes Schöpfung schützt, liebt, wachsen und blühen lässt.