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Randbemerkungen

Datum:
Veröffentlicht: 13.8.12
Von:
Bruder Paulus, Pfarrbriefservice.de

Heilsam ist Gott

An manchen Legenden ist mehr dran, als man auf den ersten Blick vielleicht glaubt. So erzählt eine Geschichte von der Aufnahme Mariens in den Himmel: Auf ihrem Totenbett habe man statt ihres Leichnams duftende Blumen und Kräuter gefunden.
Diese natürlichen Heilmittel, so verstehe ich diese Geschichte, wirken für das Leben, sind aber machtlos gegen den Tod.

Bruder Paulus zum Fest Mariä Himmelfahrt

An manchen Legenden ist mehr dran, als man auf den ersten Blick vielleicht glaubt. So erzählt eine Geschichte von der Aufnahme Mariens in den Himmel: Auf ihrem Totenbett habe man statt ihres Leichnams duftende Blumen und Kräuter gefunden.

Diese natürlichen Heilmittel, so verstehe ich diese Geschichte, wirken für das Leben, sind aber machtlos gegen den Tod. Sie dürfen deswegen nicht vergöttert werden. Sie lindern Leiden, verhindern aber nicht, dass wir Menschen sterben müssen. Sie sind Hinweise auf Gott, der am Ende der allein Heilende ist.

Wer das nicht annehmen kann, den hat der Tod fest im Griff. Krampfhaft muss dann alles getan werden, um nicht an ihn zu denken oder ihn um jeden Preis hinauszuschieben. Ich sehe immer häufiger ältere Menschen auf Werbeplakaten. Mit ihnen wird für Anti-Aging Creme geworben. Aber die Kräuter dieser Welt sollten meiner Meinung nach nicht dazu genutzt werden, sich gegen die Zeichen des unvermeidlichen Sterbens schön zu pflegen. Im Krankenhaus will man dem Tod noch etwas Leben abringen, wenn man das Sterben buchstäblich elend lang hinauszögert. Aber die medizinischen Errungenschaften dürfen nicht dazu missbraucht werden, sich mit ihnen der herannahenden Sterbestunde in den Weg stellen zu wollen.

Das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel am 15. August entspannt alle, denen der Tod Angst macht, nicht genug gelebt zu haben. Feiern Sie mit mir, dass Gott jedem im Sterben das Lebenwollen in der Welt verwandelt in ein Lebendürfen bei ihm. Das erfüllt mein Leben mit Frieden. Die Heilmittel unterstützen Gott, der gut ist im Leben, aber auch im Tod. Ersetzen können sie ihn nicht.