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Randbemerkungen

Datum:
Veröffentlicht: 8.10.12
Von:
Peter Weidemann, Pfarrbriefservice.de

Vom Beten und anderen Dingen

Aus seiner Zeit als Ministrant konnte Herr Ka noch viele Marienlieder auswendig singen. Nur bei dem Liedvers "Gut, Blut und Leben // will ich dir geben", setzte er jedes Mal aus. Ich bin noch nicht so weit, entschuldigte er sich bei seiner Frau.

In der Klasse von Herrn Ka waren Schulgebete zu Beginn des Tages beliebt. Den Schülern schien alles besser als Unterricht. Darum sahen sie auch nicht gerne Pater Georg in der ersten Stunde unterrichten. Der drehte sich mit der Klasse in Richtung Kruzifix, bekreuzigte sich und sprach dabei: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. – Viel später erst wusste Herr Ka das Gebet des Paters zu würdigen: Uns ging es um Minuten, ihm um den ganzen Tag.

Im Elternhaus von Herrn Ka wurde vor jeder Mahlzeit gebetet. Nur beim sonntäglichen Nachmittagskaffee nicht. Der kleine Ka beschloss, es anders zu halten, schmeckte ihm doch der Kirschkuchen viel besser als die Linsensuppe.

Allmächtiger Gott. Ewiger Gott. Guter Gott. - Manchmal vermisst Herr Ka den lieben Gott seiner Kindheit, als die Welt noch in Ordnung war.

Macht in den Ferien keinen Urlaub von Gott, schrieb der Bischof im Hirtenbrief. Mir würde schon Urlaub von den Zweifeln genügen, seufzte Herr Ka.