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Randbemerkungen

Datum:
Veröffentlicht: 18.2.13
Von:
Prof. Michael Kunzler, Pfarrbriefservice.de

Die Kelchkommunion

"Ihre volle Zeichenhaftigkeit gewinnt die Kommunion, wenn sie unter beiden Gestalten gereicht wird. In dieser Form wird das Zeichen des eucharistischen Mahles auf vollkommenere Art zum Ausdruck gebracht." So heißt es in der Allgemeinen Einführung ins Messbuch.

"Ihre volle Zeichenhaftigkeit gewinnt die Kommunion, wenn sie unter beiden Gestalten gereicht wird. In dieser Form wird das Zeichen des eucharistischen Mahles auf vollkommenere Art zum Ausdruck gebracht." So heißt es in der Allgemeinen Einführung ins Messbuch (AEM 240). Die Kelchkommunion kam im Abendland erst seit dem 12. Jahrhundert allmählich außer Gebrauch. Obwohl in den Wandlungsworten selbst der Befehl des Herrn: „Nehmet und trinket alle daraus“ enthalten ist, gab es eine ganze Reihe von Gründen für diese schwerwiegende Veränderung. Zunächst war es die Angst vor dem Verschütten. Sie führte zu Kommunionformen, die kein eigentliches Trinken mehr aus dem einen Kelch waren, zum Beispiel das Eintauchen der Hostie in den Kelch oder das Trinken mit Hilfe eines Saugröhrchens (fistula).

Auch hatte man im Zuge der mittelalterlichen Schaufrömmigkeit am Kelch das Interesse verloren, weil man das heilige Blut ja nicht im Kelch betrachten kann; die Schaufrömmigkeit konzentrierte sich ganz auf die anbetende Betrachtung der Brotsgestalt in der Monstranz. Dadurch wäre das richtige Kommunizieren wohl verloren gegangen, hätte nicht 1215 das 4. Laterankonzil die jährliche Kommunion zur Pflicht gemacht. Jedenfalls sah man durch die Kelchkommunion des Priesters den Auftrag Christi, sein Blut zu empfangen, als erfüllt an. So blieb es dabei, dass bis zur Liturgiereform des 2. Vatikanums den Laien der Kelch vorenthalten blieb.

Die Liturgiekonstitution des 2. Vatikanums (Art. 55b) sah die Kelchkommunion zunächst nur für besondere Gelegenheiten vor, die aber schon durch das neue Messbuch (AEM 242) erheblich erweitert wurden. Nach der jetzigen Rechtslage ist die Möglichkeit zur Reichung des Kelches sehr weit gefasst.