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Randbemerkungen

Datum:
Veröffentlicht: 27.5.13
Von:
Pater Anselm Grün, Quelle: Liborius Magazin LiMa 14/2011, Pfarrbriefservice.de

Was ist die Aussetzung des Allerheiligsten?

„Ich wurde zwar katholisch erzogen und hatte auch in der Schule katholischen Religionsunterricht, aber nach langer „Abstinenz“ bin ich erst seit kurzem wieder am katholischen Glauben und an Gottesdiensten interessiert. Im Zusammenhang mit der Maiandacht und dem Fronleichnamsfest habe ich in letzter Zeit öfter von der „Aussetzung des Allerheiligsten“ gehört. Was bedeutet dieser Begriff eigentlich? Außerdem habe ich während einer Maiandacht beobachtet, wie der Priester die Monstranz sehr umständlich mit seinem Umhang aufnahm. Darf er sie nicht mit den Händen berühren?“

Frage: „Ich wurde zwar katholisch erzogen und hatte auch in der Schule katholischen Religionsunterricht, aber nach langer „Abstinenz“ bin ich erst seit kurzem wieder am katholischen Glauben und an Gottesdiensten interessiert. Im Zusammenhang mit der Maiandacht und dem Fronleichnamsfest habe ich in letzter Zeit öfter von der „Aussetzung des Allerheiligsten“ gehört. Was bedeutet dieser Begriff eigentlich? Außerdem habe ich während einer Maiandacht beobachtet, wie der Priester die Monstranz sehr umständlich mit seinem Umhang aufnahm. Darf er sie nicht mit den Händen berühren?“ Emmi L., Vilsbiburg

Pater Anselm Grün: Das Allerheiligste ist die Hostie, das Brot, das in der heiligen Messe in den Leib Jesu Christi verwandelt worden ist. In der Eucharistie essen wir das verwandelte Brot. Doch im Mittelalter gab es das Bedürfnis, das Geheimnis der Eucharistie in das Leben zu integrieren, indem man auf die verwandelte Hostie schaute. Dafür formte man schöne Monstranzen, um die Hostie allen feierlich zu zeigen. Wenn der Priester die Monstranz auf den Altar stellt, damit sie alle anschauen, dann nennt man das Aussetzung des Allerheiligsten. Weil die Monstranz Christus selbst enthält, geht der Priester ehrfurchtsvoll damit um und umfasst die Monstranz mit dem so genannten „Velum“, einem Tuch, um seine Ehrfurcht vor dem Heiligen auszudrücken. Das Wort „Velum“ kommt übrigens aus dem Lateinischen und bedeutet Segel oder Hülle. Die Aussetzung hat den Sinn, auf die Hostie zu blicken und zu vertrauen, dass nicht nur dieses Stück Brot in den Leib Christi verwandelt ist, sondern dass Christus auch mich durchdringen und verwandeln möchte. Nicht nur mich, sondern alle Gläubigen gemeinsam, die auf die Hostie schauen.