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Randbemerkungen

Datum:
Veröffentlicht: 9.9.13
Von:
Christa Carina Kokol, Pfarrbriefservice.de

Ermutigende Worte einer Lehrerin

Worte einer Lehrerin, die auch nach fast 30 Dienstjahren begeistert über ihren Beruf und ihre Berufung spricht: „Trotz allem freue ich mich wieder auf die Schule und auf Devin“ (Name geändert). Etwa 90 Prozent ihrer Schülerinnen und Schüler haben Migrationshintergrund. So auch Devin, einer ihrer schwierigsten Schüler. Der starke, sportliche Bub zettelt in den Pausen Raufereien an, bei denen Sätze wie „I bring’ di um, i stech’ di nieder“ zur Tagesordnung gehören. Doch auch dieser Dreizehnjährige hat liebenswerte Seiten. Er beschützt die Schwächsten der Klasse, würde nie ein Kind angreifen, das ihm unterlegen ist, und hat ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl.

Die Lehrerin beschloss, jeder Schülerin und jedem Schüler mit der Schularbeit einen Brief mitzugeben. Einen persönlich verfassten Brief, in dem sie schilderte, was ihr an jedem einzelnen jungen Menschen besonders gefällt, was sie anerkennt und bewundert.

Dem jungen Türken Devin schrieb sie, dass sie immer wieder sehe, was für ein aufrichtiger Kerl er sei – ein richtig cooler, liebenswerter Typ –; den zweiten jedoch, den brutalen Schläger, solle er verbannen, einfach verschwinden lassen, denn der passe überhaupt nicht zu ihm.

Zwei Tage später. Devin brüllt lauter denn je: „I ertränk’ ihn, i tret’ ihn den Berg runter…“
„Wen willst du ertränken?“, fragt die Lehrerin schockiert und enttäuscht zugleich. „Den zweiten, von dem Sie geschrieben haben. Und… es hat mir bis heute noch niemand gesagt, dass ich liebenswert bin.“