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Randbemerkungen

Bittgang 2022
Datum:
Veröffentlicht: 8.5.23
Von:
Katholikenrat im Bistum Erfurt; In: Pfarrbriefservice.de

Bitttage und Flur-Prozessionen schöpferisch begehen

In vielen Kirchengemeinden werden an den Tagen vor Christi Himmelfahrt Bittprozessionen abgehalten. Mancherorts ist die Tradition bereits seit mehreren Jahrhunderten nachweisbar. Der Ablauf ist regional recht unterschiedlich. Meistens ziehen die Gläubigen über Feldwege in einen benachbarten Ort, wo dann die Heilige Messe gefeiert wird. Anderswo werden die um einen Ort herum aufgestellten Flurkreuze abgelaufen oder man besucht eine Kapelle auf freiem Feld.

Ursprünglich dienten diese Bittprozessionen dazu, vor Beginn des Sommers Gott um gedeihliches Wetter und eine gute Ernte zu bitten. Auch wurde gebetet, dass Gott „Blitz, Hagel und jedes Unheil“ fernhalten möge. Bitttage haben nichts von ihrer Aktualität eingebüßt.

Anliegen des Umweltschutzes ins Gebet nehmen

Angesichts immer häufiger auftretender Wetterkapriolen – Hitzeperioden und Trockenheit einerseits, Starkregen und Gewitterstürme andererseits – haben wir auch heute jeden Grund, Gott um seinen Segen für Natur und Landwirtschaft zu bitten.

Bei einer Bittprozession können mit neuen Gestaltungselementen aktuelle Anliegen des Umweltschutzes ins Gebet genommen werden. So könnte man unterwegs Stationen einlegen und an einem Weizenfeld einen Impuls zu den Auswirkungen des hohen Fleischkonsums auf die Getreidepreise weltweit geben oder an einem Bachlauf das Artensterben bei Insekten, Fischen und Vögeln thematisieren. An einer Autobahnbrücke ließe sich unser Mobilitätsverhalten hinterfragen.

Eine Bittprozession gibt immer auch Gelegenheit, die Schönheit der Schöpfung zu erfahren. Vielleicht kann man einen Kilometer schweigend zurücklegen und ganz bewusst auf die Vogelstimmen und die anderen Geräusche der Natur lauschen.

 

Quelle: Gottes gute Schöpfung feiern und bewahren! Empfehlungen des Katholikenrates im Bistum Erfurt: www.bistum-erfurt.de/umwelt