Randbemerkungen
Nie ohneeinander
Franziskus von Assisi – der Heilige aus dem 13. Jahrhundert bewegt bis heute Tausende von Männern und Frauen weltweit. Seine Botschaft ist zeitlos: Es geht nur im MIT-einander.
Das hört sich einfach an. Ist es aber nicht. Des Menschen höchster Traum ist: unabhängig sein; niemanden mehr benötigen; oben sein. Und sei es um den Preis höchster Einsamkeit.
Franziskus, der Kaufmannssohn, hatte – damals schon! – begriffen: Wer glaubt, alles zu haben oder zu wissen, der fragt nicht mehr. Der braucht nichts mehr. Der glaubt, sich alles leisten zu können. Bis hin zu bodenlosem Egoismus.
Dem setzt Franziskus von Assisi das freiwillige Betteln entgegen. „Könntest du mal bitte … ?“ „Wäre es möglich, mir … ?“ Das Revolutionäre daran: So spricht Gott! Nicht: Gott-Allmächtig! Nicht: Gott-Einsam! Sondern: Gott-MIT! Gott-Nicht-ohne-Dich!
Franziskanisch heißt: Nie ohneeinander. Ich brauche dich. Mensch. Ob arm. Ob reich. Und dich, Schöpfung. Wir sind ein MIT-einander. Darum bin ich achtsam. Teile gern. Stecke zurück. Diene.