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Randbemerkungen

Datum:
Veröffentlicht: 9.10.23
Von:
Stanislaus Klemm, Diplompsychologe und –Theologe; In: Pfarrbriefservice.de

Schwamm drüber! – Verzeihen können und Frieden erhalten

Wie biblische Geschichten ein Vorbild sein können

Auf den ersten Blick scheint uns manches „eigenartig“ vorzukommen, auf den zweiten Blick stimmig und sinnvoll. Zum Beispiel bei der biblischen Geschichte, die von Jesus und der Ehebrecherin erzählt, vgl. Joh 8, 3-8. Als die Pharisäer ihn fragen: „Herr, sollen wir die Frau steinigen?“, antwortet er eine Weile nichts. Er bückt sich und schreibt mit dem Finger auf die Erde. Erst als sie ihn immer hartnäckiger fragen, richtet er sich auf und sagt: „Wer von Euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein!“ Dann bückt er sich wieder und schreibt weiter auf die Erde. Warum schreibt Jesus bei dieser entscheidenden Frage in den Sand? Und was genau hat er wohl geschrieben? War es ein Zeichen dafür „Zeit zu schinden“ oder wollte er damit von seiner Unsicherheit ablenken? Komisch! Nein, es war sicher seine klare Botschaft: „Gott geht mit deinen Fehlern so um, wie der Wind das Geschriebene im flüchtigen Sand bald wieder verweht.“ Ein klares Wort an alle Menschen: „Verzeiht einander immer wieder!“

(Auszug)