Ostergruß
Gedanken von Pastoralreferenten Leo Klinger
Liebe Leserin, lieber Leser,
mit einem Kreuzzeichen beginnen wir unsere Gottesdienste, mit einem Kreuzzeichen auf die Stirn werden die Kinder bei der Taufe gesegnet - und so beginnt ihr Leben als Christ, mit einem Kreuz ist jede christliche Kirche gekennzeichnet, und auch in unseren Wohnungen haben wir Christen oft ein Kreuz hängen. (Ich selbst denke da gerne an ein wunderschön farbig gestaltetes Kreuz aus Glas, das ich einst zum Abschied aus Heilig Kreuz geschenkt bekommen habe und das seitdem in unserem Wohnzimmer hängt.)
Ja, das Kreuz ist das Erkennungszeichen für uns Christen; und dieses Kreuz verbindet uns alle miteinander: katholische, evangelische, reformierte und auch orthodoxe Christen.
Ein Kreuz - hier aus verwittertem, toten Holz - steht für vieles Bedrückende, Dunkle, Schmerzhafte in unserem Leben, für die grausame, traurige und leidvolle Seite menschlichen Daseins, die wir in Erinnerung an Jesu Kreuzestod am Karfreitag bedenken. Diese dunkle Seite des Lebens, die Erfahrung von Krieg und Leid, Gewalt und Tod erleben auf vielfache Weise auch viele Menschen in unserer Zeit an vielen Orten dieser Welt …
Daneben verweisen die Kräuter und Blumen auf diesem Kreuz jedoch auch schon auf das Leben, das aus diesem Kreuz entstehen kann, auf die Hoffnung und Freude, das Ermutigende und Lebendige des Ostermorgens - eben auf den Sieg des Lebens über den Tod; denn mit dem Kreuz verbunden ist für uns Christen immer auch schon die Auferstehungserfahrung von Ostern!
Das Kreuz, Verzweiflung, Angst und Hoffnungslosigkeit, ja der Tod hat also nicht das letzte Wort; sondern vielmehr die heilsame Erfahrung von Auferstehung, die Hoffnung auf neues Leben, die uns in der Osterbotschaft geschenkt ist.
„Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung“ so lautet ein Kehrvers, den wir bereits in der Passionszeit öfters singen. An Ostern, mit der Auferstehung Jesu bricht sich diese Hoffnung, dieses neue Leben endgültig Bahn.
In dieser Hoffnung, im Vertrauen darauf, dass das Leben stärker ist als der Tod, und im Glauben, dass Gott das „Leben in Fülle für alle Menschen“ will, dürfen wir auch heuer Ostern feiern; auch und gerade in einer Zeit, die an vielen Orten in der Welt überschattet ist von Kriegen, Terror und Gewalt, von Elend, Flucht und Vertreibung.
Doch „manchmal feiern wir“ – wie es in einem Lied heißt – „mitten im Tag, mitten im Streit, mitten im Tun“ - wenn wir aufeinander zugehen und Gräben überwinden, wenn wir gemeinsam Wege des Friedens suchen, wenn wir Not und Leid lindern – „ein Fest der Auferstehung, ein Fest des Lebens“.
Das wünsche ich Ihnen und Ihren Familien
Ihr Pastoralreferent
Leo Klinger