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Neuer Kaplan für den Seelsorgebereich

Neupriester 2017
Datum:
Veröffentlicht: 24.6.17
Von:
Frank Steigner

Interview mit dem Neupriester

Philipp Janek wird ab September Kaplan in unserem Seelsorgebereich Erlangen-West sein.

Am Samstag fand die Weihe der Priesteramtsanwärter Philipp Janek und Florian Sassik im Bamberger Dom statt.

Philipp Janek wird ab September Kaplan in unserem Seelsorgebereich Erlangen-West sein.

Wie es dem Kandidaten vor der Weihe so ging und warum er Priester werden will, erfahren Sie im Interview von Maike Wirth, das bereits auf der Homepage der Erzdiözese erschien.

Sind Sie aufgeregt, dass es nun am 24. Juni soweit ist und Sie zum Priester geweiht werden? Wie gehen Sie mit der Aufregung um?

Philipp Janek: Die Nervosität steigt bei mir jetzt doch von Tag zu Tag. Es ist ja ein entscheidender Schritt, auf den ich mich durch knapp neun Jahre Ausbildung vorbereitet habe. Ich habe mir viel Zeit genommen, um diese Entscheidung zu treffen. Aber wenn nun der Tag der Weihe näher rückt, da überlege ich schon hin und her, ob das alles klappt, ob ich alles bedacht habe...

Die Woche vor der Weihe sind wir in Exerzitien. Es ist eine Zeit der Ruhe, in der ich mich ganz ohne Ablenkung auf diese Feier vorbereiten. Das ist die Gelegenheit, um mit Christus noch enger in Verbindung zu treten und mich auf ihn auszurichten für die Priesterweihe. Ich hoffe, dass sich die Aufregung dadurch etwas legt.

Auf was freuen Sie sich am meisten, wenn Sie an Ihr zukünftiges Leben als Priester denken?

Philipp Janek: Kurz und knapp: Mit Menschen in jeden Lebenslagen Gott zu suchen! Als Priester ist es wunderbar, dass man durch die Sakramente Zeichen der Gegenwart Gottes spenden kann. Den Blick auf diesen Gott frei zu machen, damit andere auch die guten Erfahrungen machen können, die ich mit Gott gemacht habe und mache. In den letzten Monaten habe ich spannende Erfahrungen gerade im Gespräch mit Menschen gehabt, die vieles von meinem Glauben nicht verstanden oder gewusst haben. Gerade in den Momenten, in denen ich fundamental hinterfragt wurde und ich meinen Glauben anders ausdrücken musste, da habe ich viel gelernt. Dort muss ich andere, persönliche Antworten geben. Und gerade in solchen Momenten kann vielleicht ein kurzes, aber intensives Gespräch einen Blick auf Gott richten, sodass jeder der Gesprächsteilnehmer ihm nähergekommen ist.

Warum möchten Sie gern Priester werden?

Philipp Janek: Ich habe im Laufe meiner Ausbildung immer mehr gespürt, dass ich mein Leben mit Jesus Christus froh und glücklich leben kann. Es ist eine wunderbare Erfahrung gewesen, von ihm begleitet und zum Teil auch herausgefordert zu werden.

Haben Sie zwischendurch in Ihrer Ausbildung an Ihrer Entscheidung gezweifelt? Was hat Ihnen dann geholfen?

Philipp Janek: Natürlich gibt es da Zweifel, Fragen und auch große Zeiten der Unsicherheit. Aber ich merke bei mir eine tief liegende Freude diesen Weg zu gehen. Dass diese Nähe auch durch Zeiten der Unruhe trägt, habe ich in den letzten Jahren mehrmals erfahren. Dafür ist auch die Zeit des Studiums und der Ausbildung da. Dort konnte ich sehen, dass diese Lebensentscheidung auch durch Berg- und Talfahrten hindurch trägt. Das macht mich zuversichtlich, dass diese Beziehung zwischen Gott und mir weiterträgt.

Wie wollen Sie junge Menschen (wieder) von Kirche begeistern?

Philipp Janek: Ich denke, dass da keine "Taktik" oder "Strategie" dahinterstecken darf. Wenn ich mich an die vergangenen Jahre erinnere, da war ich immer dann sehr fasziniert, wenn ich begeisterte und frohe Christen kennen lernen konnte. Das waren Menschen, die sich bemüht haben in ihrem Leben diesem Jesus Christus nachzugehen. Menschen, die in ihrer Situation sich an ihm ausgerichtet haben. Ich habe immer wieder gespürt: Da ist das Leben dieses Menschen und die Botschaft Jesu irgendwie deckungsgleich. Das passt zusammen, auch wenn jeder seine Macken und Ecken hat. Das finde ich wichtig: Das eigene Leben mit dem Vorbild Jesu in Verbindung zu bringen. Auf diese Weise kann man spüren, dass da jemand nicht nur etwas erzählt, sondern dafür und damit lebt. Das ist meiner Meinung nach das überzeugendste: Als überzeugter Christ selbst zu leben.

Was sagt Ihre Familie dazu, dass Sie Priester werden?

Philipp Janek: In meiner Familie gab es bereits Priester, die ihren Dienst gerne und fröhlich ausgeübt haben. Darum konnten meine Verwandten mit diesem Wunsch gleich etwas ganz konkret anfangen. Auf diese Weise war mein Wunsch nichts Abstraktes. Es gab da schon ein Vorbild. Ich denke, dass es das meiner Familie etwas leichter gemacht hat. Andererseits war es für sie - besonders am Anfang - auch nicht leicht. Sie haben mir aber den Rücken gestärkt und gesagt: Probier es aus!

 

Philipp Janek wurde 1989 in Hoyeswerda geboren und ist in der ostsächsischen Kleinstadt Wittichenau aufgewachsen. 2009 begann er mit dem Theologiestudium in Erfurt und kam 2014 nach Bamberg. Derzeit ist er im pastoralen Dienst in Bamberg (St. Gangolf, St. Otto, Maria Hilf) tätig.