Maigruß

Andacht zum Mitbeten - besonders für unsere Seniorinnen und Senioren (liegt in Papierform in der Kirche von St. Albertus Magnus aus!)
Liebe Seniorinnen und Senioren,
heuer ist alles anders als gewohnt: Ostern ohne Besuche, ohne Feste, ohne gemeinsame Gottesdienste.
Und auch jetzt haben Menschen Sorgen. Sie fragen sich:
- Wie wird es weitergehen?
- Kann auch ich noch betroffen sein?
Man muss lange zurückgehen, um solche Zeiten zu finden.
Kaum einer von uns erinnert sich an etwas Ähnliches.
Aber Lieder tragen Erinnerungen über Jahrhunderte weiter.
Jetzt im Mai, im Marienmonat singen wir: „Maria, breit den Mantel aus, mach Schirm und Schild für uns daraus.“
Diese Bitte stammt auch aus einer Zeit der Unsicherheit und aus der Erfahrung, dass es dennoch jemanden gibt, der Schutz, der Hilfe, der Sicherheit geben kann.
Wenn die Verantwortlichen in der Politik „auf Sicht fahren“, wie man sagt und von Tag zu Tag entscheiden müssen.
Wenn für uns jeder Tag ein neues Wagnis birgt.
Wenn Gott so fern und untätig wirkt.
Dann wussten Menschen, dass da eine Frau ist, die unser tägliches Leben kennt mit der Sorge um die Familie, die Gesundheit, die Menschen, die uns am Herzen liegen.
Es ist Maria, die selbst in den dunkelsten Stunden unter dem Kreuz den Glauben an das Leben und die Hoffnung auf Gottes Wirken nicht verloren hat.
Menschen, die sich alleingelassen oder ausgeliefert fühlen, konnten schon immer bei Maria Hilfe finden.
- Sie teilt ihre Hoffnung mit uns.
- Sie teilt ihren Glauben mit uns. Sie steht bei uns, wie bei den Jüngern und verliert den Blick auf eine gesegnete und geheilte Zukunft nicht.
Unter diesen Mantel der Hoffnung haben sich Menschen früherer Zeiten gestellt und die gute Zukunft erwartet. Unter diesen Mantel dürfen wir uns stellen, wenn wir im Mai singen:
"Maria, breit den Mantel aus,
mach Schirm und Schild für uns daraus;
lass uns darunter sicher stehn,
bis alle Stürm vorübergehn".
Liebe Seniorinnen und Senioren, die Hoffnung auf eine gesegnete und heile Zukunft teile ich mit Maria und wünsch Sie Ihnen allen.
Ihr Pfarrer
Marcel Jungbauer
Beten und singen wir gemeinsam
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen.
- Maria, breit den Mantel aus, / mach Schirm und Schild für uns daraus; / lass uns darunter sicher stehn, / bis alle Stürm vorübergehn. / Patronin voller Güte, uns allezeit behüte.
- Dein Mantel ist sehr weit und breit, / er deckt die ganze Christenheit, / er deckt die weite, weite Welt, / ist aller Zuflucht und Gezelt. / Patronin voller Güte, uns allezeit behüte.
Im Johannesevangelium lesen wir über die Hochzeit von Kana, dass Maria den Blick für die Sorgen der Menschen hat. Sie merkt, was fehlt und sagt zu ihrem Sohn: „Sie haben keinen Wein mehr.“ (Joh 2,3). Die Freude und Hoffnung des Lebens war ihnen ausgegangen. Auf die Bitte Marias wirkt Jesus das Wunder und verwandelt Wasser in Wein, so dass die Menschen staunen.
Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria,
es ist noch nie gehört worden,
dass jemand, der zu dir seine Zuflucht nahm,
deinen Beistand anrief und um deine Fürbitte flehte,
von dir verlassen worden ist.
Voll Vertrauen, nehme ich meine Zuflucht zu dir,
o Jungfrau der Jungfrauen, meine Mutter,
zu dir komme ich, vor dir stehe ich.
O Mutter des ewigen Wortes,
höre gnädig meine Worte an und erhöre mich.
Sieh auf meine Sorgen in diesen Tagen. Sieh auf alles, was mir auf dem Herzen liegt und trage es vor deinen Sohn.
Zeige dich als unsere Mutter.
Den Kranken und allen, die sich um sie sorgen.
Zeige dich als unsere Mutter.
Den Menschen, die das Virus erforschen und gegen seine Verbrei-tung kämpfen.
Zeige dich als unsere Mutter.
Den Ärzten und Pflegekräften, die sich für die Kranken einsetzten.
Zeige dich als unsere Mutter.
Den Familien, die die Betreuung der Kinder neu organisieren müssen.
Zeige dich als unsere Mutter.
Den Einsamen, die sich verlassen fühlen.
Zeige dich als unsere Mutter.
Allen, die Angst um ihre Zukunft haben.
Zeige dich als unsere Mutter.
Unter deinen Schutz und Schirm fliehen wir,
heilige Gottesmutter.
Verschmähe nicht unser Gebet in unsern Nöten,
sondern erlöse uns jederzeit von allen Gefahren,
o du glorreiche und gebenedeite Jungfrau.
Unsere Frau, unsere Mittlerin, unsere Fürsprecherin.
Versöhne uns mit deinem Sohne,
empfiehl uns deinem Sohne,
stelle uns vor deinem Sohne.
Mit Maria treten wir vor Jesus Christus hin, der den Tod überwunden hat. Wie sollten wir mit ihm nicht alles überwinden? Gemeinsam mit Maria, beten wir das Gebet Jesu für alle, die jetzt leiden, für alle Menschen, die uns am Herzen liegen und für uns selbst und unsere Anliegen:
- Vater unser im Himmel
- Gegrüßet seist du Maria
- Ehre sei dem Vater
3. Maria, hilf der Christenheit, / dein Hilf erzeig uns allezeit, / komm uns zu Hilf in allem Streit, /
verjag die Feind all von uns weit. / Patronin voller Güte, uns allezeit behüte.
4. Mutter der Barmherzigkeit, / den Mantel über uns ausbreit; / uns all darunter wohl bewahr / zu
jeder Zeit in aller Gfahr. / Patronin voller Güte, uns allezeit behüte.
(Dieser Gruß liegt ab heute auch in Papierform in der Kirche von St. Albertus Magnus aus!)