Jakobsweg 2010

Ein Bericht von Gerhard Schneider
Pilgern mit Hindernissen: Ökumenischer Jakobsweg vom 23. bis 25. Juli 2010
Lange Anreise mit Zug und Bus und dann Beginn in Steinhausen bei Biberach.
Es hat sich im Lauf des Tages zugezogen und gießt nun wie aus Eimern. Zum Glück gibt es eine Kirche. Der Weg hinein wird zur Flucht in die Arche, ins Trockene. Die Kirche selbst, ein barockes Juwel: Ausgeklügelte Raumgestaltung mit elliptischen Bögen. Von einem Punkt aus sieht man kein Fenster, der verdeckte Lichteinfall macht den Raum wohltuend hell, und das trotz der Regenwolken heute. Die Deckengemälde mit der Glorie Mariens im Zentrum durchzieht das Motiv des Gartens. Phantasievoll werden Eden, Anspielungen auf das Hohe Lied und der Barockgarten aneinander gereiht. Die vielen Einzelheiten in der Stuckausstattung, Tiermetaphorik, teils skurril, teils rustikal grob, teils hintersinnig, wie im Barock üblich.
Eine kurze Andacht, ein Magnificat, dann hinaus ins Regenwetter. Die Dachrinnen fassen die Wassermassen nicht mehr. Wer nicht aufpasst, wird mit einem feuchten Schwall aus der Höhe aus allen Träumen gerissen.
Der Abend in Bad Waldsee. Nach dem gemeinsamen Essen der langwierige Versuch ein halbwegs trockenes Plätzchen für das Abendlob zu finden. Die Kirchen sind längst geschlossen. Es wird schon dunkel, aber es findet sich eine Bucht am See.