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IMPULS DES TAGES

Hirte
Datum:
Veröffentlicht: 7.5.20
Von:
Gemeindereferentin Angelika Jäger

Ja da ist es schon wieder

Das Evangelium des letzten Sonntags beschreibt uns das Bild des Hirten – und der Schafe.
Irgendwie machen uns diese Vergleiche - diese Bilder „Hirte und Herde“ - wohl eher ärgerlich, als dass es ein positives, anheimelndes Bild für unser Leben hergibt.

Wenn mich einer „Schaf“ nennt, sind wir nicht etwa gerührt … Beim Hirten ist es ähnlich, eher mit „Macht ausüben“, einer der sagt wo´s lang geht. Das mag nicht jeder.

Unsere Erfahrungen im bisherigen Leben scheinen dafür gesorgt zu haben, es so zu „sehen“.

Möchten wir das Evangelium richtig verstehen, darf ich es nicht mit unseren – meinen – Maßstäben hören. Sondern mit den Ohren der damaligen Hörer: Wer damals, als Jesus lebte, ein Schaf hatte, der war wer. Das Vieh, ein Schafherde, eine Rinderherde, das war Besitz und Reichtum. Ein Schaf zu haben bedeutete jeden Tag Milch, immer neueste Mode aus der Wolle, und auch ab und zu frisches Fleisch.
Ja, das Schaf war etwas wert; gehörte zur Familie.

Wir alle - Sie und ich - ja wir dürfen uns doch geschmeichelt fühlen! Wir sind wer! Wir gehören zu der großen Familie, die darauf vertrauen darf einen Hirten zu haben, der uns begleitet mit seiner Fürsorge!
Lassen Sie sich einwenig mitnehmen in dieses große Vertrauen mit dem folgenden Gebet (das Ihnen sicher vertraut vorkommt!):

„Unser Hirte, der du bist im Himmel, geheiligt werde dein Name, deine Stimme komme und führe uns zum Ruheplatz am Wasser. Dein Wille geschehe, denn du willst uns Gutes hier auf Erden und gönnst uns den Himmel.
Unsere tägliche Nahrung gib uns, auch wenn wir nicht säen und nicht pflanzen, genauso wie die Vögel am Himmel.
Und vergib uns unsere kleine und großen Irrwege; verlass die Herde und hole uns Verlorenen zurück. Auch wir wollen versuchen zu vergeben, besonders dem, der weggelaufen war und zurückgekommen ist.
Führe uns nicht in Versuchung, halte Diebe und Räuber, Schmeichler und Betrüger von uns fern.
Denn bei dir finden wir den Himmel, die Kraft und die Freude zum Leben.
Amen“

Lit:. Kuchar, Passion aus Leidenschaft, S. 142 Herder