IMPULS DES TAGES

„Ich werde euch aufatmen lassen!“
Im Evangeliumstext vom morgigen Sonntag findet sich der bekannte Satz:
„Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid!
Ich will euch erquicken.“ (Mt 11,28)
Ein wunderbarer Satz, mit dem Jesus alle Menschen, die unter irgendeiner Last leiden, ermuntert und ermutigt, nicht aufzugeben;
ein wunderbarer Satz, der Menschen, die vielleicht verzweifelt und geschwächt sind, neue Hoffnung und Zuversicht schenkt!
Fridolin Stier, ein deutscher katholischer Theologe des zwanzigsten Jahrhunderts, bekannt geworden durch eine Übersetzung des Neuen Testamentes ins Deutsche, die sich streng an den griechischen Urtext hält und nicht versucht, stilistische Eigenheiten zu glätten, übersetzt diesen Satz folgendermaßen:
„Heran zu mir alle, ihr Mühenden und Überbürdeten!
Ich werde euch aufatmen lassen.“
Corona ist eine Krankheit, die den Menschen das Atmen schwer macht: manchen Infizierten auf besonders extreme, ja lebensgefährliche Weise.
Gut, dass wir in unseren Kliniken und Krankenhäusern Möglichkeiten haben, den betroffenen Menschen das Atmen zu erleichtern.
Aber auch vielen Nicht-Infizierten, vor allem den gesundheitlich geschwächten oder alten Menschen, fällt das Atmen in Corona-Zeiten schwer, wenn sie eine Mund-Nase-Schutz-Maske tragen müssen. Wenngleich diese Maßnahme sinnvoll, notwendig und hilfreich ist, so ist sie halt doch für viele Menschen anstrengend und beschwerlich.
Kein Wunder, wenn viele nach einem Einkauf mit Maske, nach einer Busfahrt oder auch nach einem Gottesdienstbesuch froh sind, an der frischen Luft die Maske abnehmen zu können und endlich wieder mal „so richtig aufatmen zu können!“
Gut, dass aufgrund des verantwortungsbewussten Verhaltens der Menschen, aufgrund der Beachtung von Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln in der letzten Zeit auch die Vorgaben zum Masken-Tragen gelockert werden konnten, sodass man z.B. nicht mehr während des gesamten Gottesdienstes den Mund-Nase-Schutz tragen muss, sondern nur noch beim Betreten und Verlassen der Kirche und beim aktiven Singen (wg. der Aerosol-Ausbreitung).
Aber auch im übertragenen Sinne tut es uns allen gut,
„wieder befreit aufatmen zu können“ -
nach einer schwierigen, angespannten Zeit,
nach einer bestandenen Prüfung (die Abiturienten haben sie gerade hinter sich, andere Schüler/innen oder Studenten/innen stecken noch mittendrin),
nach einer Zeit der Ungewissheit und des ungeduldigen Wartens,
zumindest wenn am Ende alles gut gegangen ist,
nach einer Zeit der Bedrohung und überstandenen Gefahr
(was leider noch nicht für die aktuelle Corona-Pandemie gilt!)
Umso mehr halten wir uns als Christen/innen an die frohmachende Botschaft Jesu und seine wohltuende, ja Leben schenkende Verheißung:
„Kommt zu mir. Ich werde euch aufatmen lassen.“