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IMPULS DES TAGES

Fest
Datum:
Veröffentlicht: 11.7.20
Von:
Leo Klinger

„Unser Leben sei ein Fest …“

Wie schön und wertvoll das Miteinander-Feiern ist, merken wir in diesem Jahr, wo wir angesichts von Corona darauf verzichten müssen, besonders deutlich!

Unter „normalen Umständen“ – will sagen: ohne Corona – würden wir in St. Heinrich morgen unser alljährliches Pfarrfest feiern und ähnlich würden es viele andere Gemeinden im Monat Juli wohl auch tun.
Der „AK Feste und Feiern“ hätte schon lange vorher mit den Planungen und Vorbereitungen angefangen, alle notwendigen Sachen zum Aufbau wären organisiert, bestellt und geliefert, für Essen und Trinken wäre gesorgt, eine große Zahl an ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen würde am Samstag und Sonntag bereitstehen und tatkräftig anpacken, und viele Menschen könnten kommen und gemeinsam feiern.
Wie schön und wertvoll das Miteinander-Feiern ist, merken wir in diesem Jahr, wo wir angesichts von Corona darauf verzichten müssen, besonders deutlich!

O.K. man spart sich heuer viel Organisationsarbeit, viel Müh und Schweiß beim Bänke aufstellen und muss auch nicht wg. evtl. schlechten Wettervorhersagen bangen; aber man kann halt auch nicht das gemeinschaftliche Zusammenkommen, die Musik, Gespräche und Unterhaltung genießen, man erfährt auch nicht die angenehme Atmosphäre und das gemütliche Miteinander eines (Pfarr-)Festes!

Allen Menschen, die die Gemeinschaft und das Miteinander, die sommerliche Freude und Gelassenheit, eben das Feiern gerne haben, geht deshalb heuer etwas ab. Und eine Gemeinde lebt ja auch von diesem Miteinander und von dieser Gemeinschaft, wo jede und jeder dabei sein kann.
Der Mensch braucht das Zusammensein mit anderen, die Begegnung mit den anderen; ja erst durch den anderen, durch die Begegnung mit einem DU komme ich richtig zu mir selbst, zum ICH – so sagt Martin Buber.
Gott sei Dank sind inzwischen zwar noch keine öffentlichen Feste, aber doch verschiedene Begegnungen mit mehreren Menschen wieder möglich!

Ein Blick in die Bibel zeigt uns, wie wichtig Jesus diese Begegnungen, diese Gemeinschaft war: wie oft war er mit anderen zusammen, hat mit ihnen gegessen und getrunken (ja, einmal wurde er sogar als „Fresser und Säufer“ bezeichnet), hat sich einladen lassen, ist auf Menschen zugegangen, und hat auch große Menschenmengen nicht weggeschickt, sondern sie setzen lassen – jeweils 50 und 50, wie wir in der Erzählung von der wunderbaren Brotvermehrung erfahren können.

Aber auch schon, „wo zwei oder drei in seinem Namen beieinander sind, ist er mitten unter ihnen“ so sagt er uns; und dieses Miteinander feiern wir ja auch in jedem Gottesdienst – so auch morgen bei unserem („Pfarrfest“-) Gottesdienst in St. Heinrich!

Und so setzen wir – so gut es geht – das in die Tat um, was ein Lied wunderbar beschreibt: „Unser Leben sei ein Fest, Jesu Geist in unserer Mitte, Jesu Werk in unseren Händen, Jesu Geist in unseren Werken. Unser Leben sei ein Fest, in dieser Stunde und jeden Tag.“ (Gotteslob 825)

Das wünsche ich Ihnen von Herzen – nicht nur an diesem Wochenende und auch nicht nur im Monat Juli …