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IMPULS DES TAGES

Teig
Datum:
Veröffentlicht: 2.4.20
Von:
Beate Herrmann
Vergangene Woche war ich einkaufen. Nichts Besonderes eigentlich. Ich wollte Trockenhefe kaufen,

Vergangene Woche war ich einkaufen.

Nichts Besonderes eigentlich.

Ich wollte Trockenhefe kaufen,

da wusste ich noch nicht, dass Trockenhefe wohl zum „neuen Klopapier“ geworden ist,

d.h. genauso vergriffen wie das genannte Toilettengut.

Trockenhefe steht regelmäßig auf meinem Einkaufszettel,

einfach weil ich sehr gerne Teig mache, Pizzateig zum Beispiel, oder Experimente beim Backen.

Nun ja, als ich diesmal nicht, wie sonst, ein Päckchen für unter 0,50 Cent bekam,

da ging mir, neben dem Gedanken, was Trockenhefe auf einmal so begehrt gemacht hat, auch nicht mehr aus dem Kopf:

Was ist eigentlich das Besondere an der Hefe? Wozu brauchst du sie?

Die Koch- und BackliebhaberInnen unter Ihnen, so wie ich, wissen, dass erst die Hefe dazu beiträgt, dass der Teig schön aufgeht, Blasen wirft, hinterher beim Backen locker, fluffig und einfach aromatisch wird.

Ich persönlich liebe den Moment, wenn so ein angesetzter Pizzateig sein Volumen in der Schüssel verdoppelt hat, ich die entstandenen Luftblasen sehe und den Teig weiterverarbeiten kann.

Aufgehen – Luftigkeit – Aromatik – dafür sorgt die Hefe.

Und ich denke so bei mir –

Was ist meine „Hefe“ gerade momentan, wo alles so anders ist?

Was lässt mein Herz und meine Seele aufgehen,

was gibt meinem Leben gerade - in allem, was herunterzieht - gerade Auftrieb und Leichtigkeit?

Was macht mein Leben, trotz allem, dennoch so aromatisch?

Jetzt, wo die Ablenkung, die vielen Angebote wegfallen,

wo man auf einmal tatsächlich reduziert leben soll,

wo nicht jederzeit und überall alles verfügbar, konsumierbar da ist?

Was bereichert mein Leben wirklich,

was lässt mir Herz und Seele aufgehen,

woraus schöpfe ich meine Kraft zum Wachsen, aufleben, aufblühen?

Und während ich darüber nachdenke, kommen mir die Worte Jesu in den Sinn, wie wir sie im Matthäusevangelium lesen können:

Mit dem Himmelreich ist es wie mit dem Sauerteig, den eine Frau unter einen großen Trog Mehl mischte, bis das Ganze durchsäuert war.

Mitten in dem trockenen Mehl macht der Sauerteig, die Hefe einen Unterschied,

mitten in meinem Leben, so „trocken“ es vielleicht gerade manchmal auch erscheint, ist Gottes Reich schon längst angebrochen,

gerade auch in all dem, was mein Herz aufgehen lässt.

Der angerührte Teig muss weiterverarbeitet werden, damit man ihn genießen kann,

die Spuren des Reiches Gottes in meinem Leben darf ich weitertragen, damit auch andere sie genießen können und etwas davon schmecken können.

Angelegt ist es, das Reich Gottes, in jedem von uns, in allem, was uns neue Kraft verschafft,

lassen wir es in uns wirken und schenken wir es weiter, selbst wenn es uns gering erscheint.