IMPULS DES TAGES

Die Geistige Kommunion
Die vergangenen Wochen waren für viele Christen nicht einfach: keine gemeinsamen Gottesdienste, keine Sakramente, kein gemeinsames Singen und Beten. Für die regelmäßigen Gottesdienstbesucher war vor allem der fehlende Kommunionempfang eine große Herausforderung.
Solche Zeiten, ohne die Möglichkeit zum Kommunionempfang sind jedoch in der Geschichte der Kirche nichts Neues und haben zu einer eigenen Frömmigkeits- und Gebetsform geführt: der geistigen Kommunion. Sie wird von Gläubigen praktiziert, die aus verschiedenen Gründen an der sakramentalen Kommunion gehindert sind, z.B. durch Krankheit, fehlender innerer Bereitschaft, in Missionsländern oder bei zeitlicher Verhinderung.
Die Grundlage ist der lebendige Glaube an die Gegenwart Jesu im Sakrament und das tiefe Verlangen nach einer Vereinigung mit dem Herrn. Die geistige Kommunion ist jedoch kein getrennter, eigener Akt, sondern ein wesentlicher Bestandteil des Sakramentes, der den Empfang vorbereiten und verinnerlichen soll.
Vor allem in der aktuellen Situation kann die geistige Kommunion eine Möglichkeit sein, die Zeit der Einschränkung und möglicherweise des Verzichts zu überbrücken.
Die geistige Kommunion ist in so einem Fall von ähnlicher Wirkung wie der tatsächliche Empfang des Sakramentes und verbindet ebenso mit dem Herrn und kann helfen, das Leben geistig zu erneuern und sakramental zu prägen.
Verschiedene Heilige haben im Laufe der Geschichte den besonderen Wert dieser Form der Kommunion empfohlen und betont. So z.B. Teresa von Avila, die dazu aufruft, die geistige Kommunion zu suchen, um die große Liebe Gottes im Herzen zu entzünden. Oder Don Bosco, der dazu ermutigt, den Herrn in brennendem Verlangen, im Herzen zu empfangen.
Letztlich ist jede Form der eucharistischen Anbetung oder auch nur des Besuchs einer Kirche eine Einladung und Möglichkeit zur geistigen Kommunion und innerlichen Vereinigung mit unserem Herrn.
Auch in der aktuellen Lage kann für manche Menschen der Verzicht auf einen sakramentalen Empfang erforderlich sein, weil sie aus gesundheitlichen oder sonstigen Gründen verhindert sind. Umso mehr darf diese Form wieder in unser Bewusstsein treten und als legitim und angemessen verstanden werden.
Die folgenden Gebete können dabei helfen einen eigenen Zugang zu finden oder der geistigen Kommunion eine Form zu geben.
Ich möchte dich empfangen, Herr,
mit jener Reinheit, Demut und Andacht,
mit der deine heiligste Mutter dich empfing,
mit dem Geist und der Inbrunst der Heiligen.
Jesus, ich glaube an Dich, ich hoffe auf Dich, ich liebe Dich, ich bereue meine Sünden.
Jesus, komme in mein Herz; ich sehne mich nach Dir.
Jesus, Du bist bei mir; ich bete Dich an, ich danke Dir, ich weihe mich Dir;
hilf mir in allen Anliegen, segne mich und alle Menschen,
besonders die Sterbenden, bekehre die Sünder, heile die Kranken, erlöse die armen Seelen im Fegfeuer.
Jesus, ich glaube an Dich, komm in mein Herz. Bleibe bei mir, ich bete Dich an, segne mich.
Mein Jesus, ich glaube, dass Du im allerheiligsten Sakrament des Altares zugegen bist.
Ich liebe dich über alles und meine Seele sehnt sich nach Dir. Da ich Dich aber jetzt im Sakrament des Altares nicht empfangen kann, so komme wenigstens geistigerweise zu mir.
Ich umfange Dich, als wärest Du schon bei mir und vereinige mich mit Dir!
Ich bete Dich in tiefster Ehrfurcht an. Lass nicht zu, dass ich mich je von Dir trenne.
Amen.