IMPULS DES TAGES

Der dreifaltige Gott
Wenn ich darüber nachdenke, was das häufigste Gebet ist, das wir verwenden, dann muss ich mit Entsetzen feststellen, dass es unser Kreuzzeichen ist.
Jeden Gottesdienst, jedes Gebet, unsere Mahlzeiten und viele andere Anlässe beginnen wir mit:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Was wir so oft und so unbewusst verwenden und sprechen, gehört zu den größten Geheimnissen Gottes und stellt bis heute Theologen und fromme Beter vor eine großer Herausforderung.
Wie soll das gehen?
Ein Gott und doch drei Personen. Drei eigenständige Personen, die doch eins sind.
In vielen Bildern wie dem Hasenfenster von Paderborn, einem dreiblättrigen Kleeblatt oder der Darstellung eines Dreigesichts wurde im Laufe der Geschichte versucht darzustellen, was wir so selbstverständlich bekennen.
Es bleibt im Letzten immer ein Geheimnis, das für uns nicht fassbar wird, weil eine wesenhafte Eigenschaft Gottes eben auch das geheimnisvolle und unbegreifliche ist.
Ich glaube, dass man sich nur über eine staunende und betende Haltung dem Geheimnis der Dreieinigkeit nähern kann und all die Bilder und Darstellungen immer nur grobe Richtungszeichen sein können.
Letztlich ist das Geheimnis der Dreieinigkeit das Geheimnis der Liebe Gottes selbst.
Denn, unser Gott ist in sich selbst – aus seinem Wesen heraus – Beziehung, Liebe und Gemeinschaft und deshalb erfahren wir ihn als den Gott der Liebe, der mit uns in Beziehung tritt und Gemeinschaft mit uns sucht.
Die drei Personen Gottes, die wir im Kreuzzeichen anrufen, spiegeln eine Kurzfassung unseres gesamten Glaubens wieder.
Mit dem oft so unbedachten Kreuzeichen stellt sich der Beter im Zeichen des Kreuzes in Beziehung und Gemeinschaft mit diesem Gott, der die Welt geschaffen, durch den Sohn erlöst und im Heiligen Geist erhält und lenkt. Dieses so einfache Zeichen und Bekenntnis beschreibt eines der größten Geheimnisse Gottes und zugleich den Kern seines Wesens, das letztlich in der Liebe gründet, in die er uns Menschen durch Jesus Christus ein für alle mal eingeschlossen hat.
Am Sonntag feiern wir das Fest der Dreifaltigkeit und das könnte ein guter Anlass sein, über das große Geheimnis unseres Gottes nachzudenken und einmal ganz bewusst das Kreuzzeichen zu „beten“.