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IMPULS DES TAGES

Ecce homo – Seht, der Mensch!
Datum:
Veröffentlicht: 3.4.20
Von:
Dominik Stehl

Ecce homo – Seht, der Mensch!

Die Szene, in der Pilatus Jesus dem schreienden Volk vorstellt, steht am Beginn des Kreuzweges.   
Das Volk, das Jesus erst als König in seinen Straßen begrüßt, fordert nun seinen Tod.
Der unschuldige Jesus wird verurteilt: hilflos und ohnmächtig gegenüber seinen Anklägern;   
ausweglos und ohne Zukunft im Angesicht des Kreuzes.
Warum lässt Gott das zu?


Die Frage hat sich bis heute nicht verändert:
Warum gibt es immer wieder Krieg und Terror, Ungerechtigkeit, Hass und Gewalt?       
Warum gibt es Krankheiten und Seuchen, die das Leben so vieler Menschen bedrohen?         
Warum müssen unschuldige Menschen immer wieder Ohnmacht, Angst, Schmerz und Leid erleben?
Eine Antwort auf diese Frage nach dem „Warum“ lässt sich für uns Menschen nicht finden. Wir stoßen mit dieser Frage immer wieder an eine Grenze, an der das „Warum“ wie ein Echo auf die ganze Menschheit und uns selbst zurückgeworfen wird und uns selbst zum Adressaten der Frage macht.
Ecce homo – Seht, der Mensch! Könnte da der Vorwurf sein, dem wir uns als Menschheit stellen müssen.
Jesus gibt in seinem Leiden und Sterben eine Hilfe und zeigt einen Ausweg aus der Frage nach dem „Warum“. Er trägt mit uns und für uns das Kreuz, damit wir nicht an der Frage nach dem „Warum“ verzweifeln und zerbrechen. Er durchbricht unsere menschlichen Grenzen und schenkt Hoffnung, auch wenn alles hoffnungslos erscheint, er führt uns weiter, auch wenn alles nach Ende aussieht. Gerade in seinem Leiden sagt er uns einmal mehr zu: „Hier bin ich, mit euch und für euch!“
Gehen wir also zusammen mit Jesus in diese Karwoche und teilen wir mit ihm – besonders in diesem Jahr – all unsere Sorgen und Ängste und unsere Ohnmacht. Sein Weg endet nicht am Grab, in Trauer und Dunkelheit, sondern führt zur Auferstehung und zum Leben, zur wahren Osterfreude.