IMPULS DES TAGES
Die Bibel – unser Buch
Wieder einmal hätten wir uns diesen Montag in unserer Pfarrbücherei zum monatlichen Bibeltreff gesehen. WIR – das sind einige Frauen (und manchmal kommt auch ein Mann dazu), die sich seit 5 Jahren zum Bibelgespräch treffen. Am Anfang haben wir übers Jahr verteilt ein Evangelium gelesen. Inzwischen sprechen wir über die Texte des vergangenen oder des kommenden Sonntags. Dabei ist uns bewusst geworden, dass nicht nur an der üblichen Stelle beim Lesen aus dem Evangeliar oder dem Lektorenbuch etwas BIBLISCHES in der Liturgie zu hören ist.
Immer wieder begegnen uns in Liedern und Gebeten biblische Texte, die uns mit den Gotteserfahrungen des Volkes Israel und der Evangelien verbinden.
Herr, erbarme dich – rufen wir zu Beginn des Gottesdienstes. So ruft auch eine Frau aus Kanaan. (Mt 15,22) Sie überzeugt Jesus, dass er nicht nur „zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel“ gesandt ist (Mt 10,6)
Ehre sei Gott in der Höhe – ruft ein Engel des Herrn den Hirten in Bethlehem zu (Lk 2,14) und so singen wir im Gloria.
Halleluja – „Lobet Gott“ wird im Alten Testament 113mal gerufen und auch 4 mal in der Offenbarung des Johannes. Wir singen es vor und nach dem Evangelium.
Heilig, Heilig, Heilig – hört der Prophet Jesaja die Serafim im Thronsaal Gottes rufen (Jes 6,3) und auch der Seher Johannes weiß darum (Offenbarung 4,8)
Seht das Lamm Gottes – so ruft Johannes der Täufer als er Jesus als Sohn Gottes erkennt (Joh 1,29)
Herr, ich bin nicht würdig – sagt der Hauptmann zu Jesus, als er um die Heilung seines Dieners bittet (Mt 8,8)
Und natürlich das VATER UNSER und das AVE Maria.
Zurzeit verzichten wir im Gottesdienst unserer Gemeinden auf die feierliche Prozession mit dem Evangeliar. Wir singen weniger und leiser, aber das HALLELUJA erschallt an gewohnter Stelle, um zu zeigen: dieses EVANGELIUM, dieses Wort Gottes ist an uns gerichtet. Es will Richtschnur für unser Leben sein, es will verkündet, gelesen, gehört werden – auch in diesen Zeiten, gerade in diesen Zeiten können Worte der Bibel neuen Mut und Zuversicht geben:
darum LOBET GOTT.
Auch wenn viele die Gottesdienste noch nicht besuchen können (oder noch nicht wieder wollen), bleiben wir miteinander verbunden: denn die Bibel ist UNSER BUCH, das uns untereinander und mit Jesus Christus verbinden kann.