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IMPULS DES TAGES

Datum:
Veröffentlicht: 6.6.20
Von:
Leo Klinger

„Aller guten Dinge sind drei!“

„Aller guten Dinge sind drei“ – das ist freilich eine schon sehr alte Redewendung. Sie lässt sich vermutlich auf die germanische Rechtsprechung im frühen Mittelalter zurückführen.

dieser etwas salopp klingende, manchmal auch zynisch genutzte, aber doch meist in positiver Weise verwendete Satz kam mir in den Sinn, als ich neulich kurz gefasst die drei derzeit wichtigsten Regeln für den Umgang miteinander in der Corona-Zeit las:

  • Abstand halten
  • Mund-Nase-Schutz-Maske tragen
  • Hygienevorschriften (Hände waschen und Nies-Etikette) beachten

Mit diesen drei wichtigen Maßnahmen gewähren wir einander während dieser Pandemie den besten Schutz und tragen dazu bei, dass sich dieses Virus nicht weiter verbreitet. Erfreulicherweise haben diese drei Verhaltensweisen und natürlich die Kontakteinschränkungen inzwischen zu einer deutlichen Reduzierung der Neuinfektionen beigetragen.

„Aller guten Dinge sind drei“ – das ist freilich eine schon sehr alte Redewendung. Sie lässt sich vermutlich auf die germanische Rechtsprechung im frühen Mittelalter zurückführen. Drei Mal im Jahr fand da eine Ratsversammlung/Gerichtsverhandlung (altgermanisch: „Thing“ genannt) statt und als Angeklagter hatte man somit drei Möglichkeiten, sich vor den Richtern zu präsentieren. Wenn man als Angeklagter jedoch auch zur dritten Versammlung nicht erschien, dann wurde man vom Richter verurteilt. Deshalb der altgermanisches Spruch: "Aller guten Thinge sind drei“.

Heute besagt diese Redewendung, dass man z.B. eine Sache dreimal probieren kann bzw. sollte, dass etwas dreimal vorkommt oder geschieht, dass die „Dreizahl“ eine „runde Sache“ ist, etwas Gutes und Wertvolles!

Auch in der Bibel und im Christentum hat die Zahl „drei“ eine wichtige Bedeutung: wir kennen z.B. die alttestamentliche Erzählung vom Jona, der drei Tage im Bauch des Fisches war; wir erfahren durch die Evangelisten, dass Jesus am dritten Tag von den Toten auferstand; und wir wissen, dass der Auferstandene den Simon Petrus dreimal fragte. „Liebst du mich?“ Wir feiern den Tag der „Heiligen Drei Könige“ und wir reden von den drei göttlichen Tugenden “Glaube, Hoffnung und Liebe“ …

Ja, die „Drei“ gilt als Inbegriff der Vollkommenheit und ist deshalb eine heilige Zahl. Wir werden uns dessen besonders bewusst, wenn wir von der „Trinität“, von der Dreifaltigkeit Gottes sprechen. Und morgen feiern wir ihn in unseren Kirchen: den „Dreifaltigkeits-Sonntag“ – ein Fest, das nicht an ein biblisches Ereignis aus dem Leben Jesu erinnert (wie Weihnachten oder Ostern), sondern an eine wichtige Glaubenswahrheit, nämlich an die Lehre von der „Trinität“, vom dreieinigen Gott: Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist. Wir zählen diesen Sontag - wie auch Fronleichnam - deshalb zu des sog. „Ideenfesten.“

Auch wenn sich dieses Fest auf ein schwer zu erklärendes, abstraktes Dogma, eben die Lehre von der „Trinität“ bezieht, welche seit dem 4. Jahrhundert in allen christlichen Kirchen geglaubt und gelebt wird, so hat es doch auch für uns heute seine tägliche Bedeutung.

Von Kindesbeinen an beten wir, wenn wir das Kreuzzeichen machen: „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ und drücken damit genau das aus, was die „Trinität“ besagt. In diesem Namen sind wir Christen auch alle getauft, so beten wir im Glaubensbekenntnis, und im Kreuzzeichen begegnet uns die Dreifaltigkeit Gottes immer wieder aufs Neue; sie gehört somit zum Alltag eines jeden Christen.

Stellen wir uns also – wie am Ende eines jeden Gottesdienstes - stets unter den „Segen des dreieinigen Gottes: des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Amen.