IMPULS DES TAGES

Geht und verkündet!
So trägt Jesus seinen Jüngern im Sonntagsevangelium auf und sendet sie aus. Die Jünger sollen das Himmelreich verkünden, dass mit Jesus bereits auf dieser Erde angebrochen ist. Sie sollen heilen, begleiten, trösten und befreien, wie sie es von ihm gelernt haben.
Sein Auftrag, seine Sendung gilt bis heute – auch für uns.
Das Bild mit einem traditionellen fränkischen Flurmarterl und dem Funkmast im Hintergrund ist für mich ein Bild für unsere Zeit.
Unsere Botschaft scheint, wie das Motiv auf der Marter veraltet, verwittert und kaum noch von jemandem verstanden zu werden. Die neue, moderne Zeit hat neue Heilige, in der menschlichen Machbarkeit und dem scheinbar grenzenlosen Kommerz und neue Botschaften vom eigenen ICH, Selbstverwirklichung und der freien Gestaltung meiner Welt.
Aber vor allem in den letzten Wochen und Monaten haben viele Menschen gemerkt, dass da noch mehr ist. Vor allem die Gemeinschaft mit lieben Freunden oder der Familie, der sonst so selbstverständliche Kontakt mit unseren Mitmenschen und offene Gespräche haben gefehlt. Auch die scheinbar veralteten Werte und Botschaften von Hilfsbereitschaft, Solidarität und Nächstenliebe wurden plötzlich wieder wichtig und es zeigte sich, wie stark manch kleine Gesten doch wirken können, wenn man darauf angewiesen ist oder dafür Dankbarkeit erfährt.
Vielleicht ist das auch unsere Chance, den Auftrag Jesu in der Welt von Heute neu zu interpretieren. Das verwitterte Profil unseres eigenen Christseins wieder freizulegen und bewusst als Christen zu leben und zu handeln.
Gehen wir also mit dem Beistand des Heiligen Geistes mutig durch diese so merkwürdige Zeit und geben wir Zeugnis vom Reich Gottes in dieser Welt, wenn wir heilen, wo Verwundungen schmerzen, trösten und begleiten, wo Einsamkeit und Trauer belasten und so unserer christlichen Botschaft auch in dieser Zeit Profil verleihen.