IMPULS DES TAGES
Priester werden, Christus folgen. Was für Dich?
Diese Frage habe ich mir vor 8 Jahren auch gestellt. Es ist eine Frage, die nicht einfach so auftaucht.
Bei mir reifte sie für lange Zeit, war mal mehr und mal weniger aktuell und brauchte schließlich einen besonderen Moment, indem sie mir dann unausweichlich bewusst wurde.
Die Antwort ist jedoch nicht einfach mit Ja oder Nein erledigt. Die Frage nach der Berufung bzw. der Form der jeweiligen Christus-Nachfolge geht tiefer und betrifft den ganzen Menschen. Denn antwortet man hier mit Ja, dann hat das Folgen.
Bei mir hieß es, meinen sicheren Beruf zu kündigen und mit beinahe 30 Jahren das Abenteuer Studium zu beginnen. Meine Familie, mein gewohntes Umfeld und alle bisherigen Pläne zurückzulassen und in eine ungewisse Zukunft zu gehen.
Ob dieses gehen in die ungewisse Zukunft vielleicht das ist, was man Gottvertrauen nennen könnte?
Denn der Blick auf Gott – auf Jesus Christus war und ist es, der mir immer wieder – bis heute Mut macht und Kraft gibt. Denn Christus folgen, sei es in pastoralen Berufen, im Ehrenamt, als einfacher Gläubiger oder als Priester geht nur mit diesem Blick auf und eine tiefe Beziehung zu Jesus Christus.
Er ist die Quelle jeder Berufung, denn Er ist es, der in seine Nähe und Nachfolge ruft.
Für mich war es auch zunächst dieses „Christus nahekommen“, das mir plötzlich nicht mehr aus dem Sinn gehen wollte. Schon früh im Studium wurde mir klar, dass es eben nicht darum geht Pfarrer zu werden, sondern zu aller erst eben Christus nahezukommen und ihm mit dem ganzen Leben nachzufolgen.
Berufung bzw. das Klären der Berufung ist dann der Prozess, die jeweilige Form dieser Nachfolge mit allem Für und Wider zu prüfen und sich am Ende in aller Freiheit zu entscheiden.
Seit nun fast einem Jahr darf ich in der besonderen Form der Nachfolge als Priester meinen Dienst verrichten. Bei allen Herausforderungen dieses Dienstes spüre ich jedoch immer wieder, dass es genau das ist, was mich erfüllt, was sich richtig und gut anfühlt und worin ich den Menschen soviel von der zuvor selbst erfahrenen Nähe und Liebe Gottes weiterschenken kann.
Die Frage „Christus folgen, Priester werden.“ hat mein Leben verändert und ich bin glücklich und dankbar dafür. Ich weiß aber auch, wie schwer es sein kann, diese Frage – mit allen Konsequenzen – abzuwägen und für sich persönlich zu entscheiden.
Beten wir darum alle gemeinsam für Berufungen, egal in welchem Bereich und in diesen Tagen besonders für unsere beiden Weihekandidaten Christian und Tobias, die am 27. Juni in Bamberg die Priesterweihe empfangen und in diesen wunderbaren Dienst für Gott und die Menschen eintreten werden.