IMPULS DES TAGES
Was bitte ist ein Sämann?
Das Sonntagsevangelium vom Sämann gehört zu den bekanntesten Bildworten Jesu. Aber kaum noch jemand weiß um die Mühe und Kunst des richtigen Säens. Für die meisten Menschen stellt sich eher die Frage: Was bitte ist ein Sämann? Und was sagt mir dieses Gleichnis?
Dabei ist das Bild im Kern auch und vlt. gerade für unsere vielschichtige und turbulente Zeit besonders passend. Denn, was im Gleichnis der Weg, der felsige Boden oder die Dornen sind und was Jesus damit sagen will, das gibt es auch heute.
Es ist die oft verbreitete Ich-Bezogenheit, die den Blick für den Nächsten verlieren lässt. Das Leben verhärtet sich und wie der Samen auf dem Weg, werden die Menschen vieler Chancen auf Begegnung, Beziehung, Gemeinschaft und die Frohe Botschaft vom Leben beraubt. Das Herz bleibt verschlossen, hart, leer und arm wie die Straße im Gleichnis.
Es ist die Schnelllebigkeit unserer Zeit, die wie der Samen auf felsigen Grund zwar einzelne Strohfeuer der Begeisterung erzeugt, dann aber genauso schnell wieder verschwinden lässt. Immer weniger Menschen sind bereit sich an eine Sache zu binden, ihr Zeit zu geben, um zu wachsen, Wurzeln zu schlagen und Frucht zu bringen. Schnell schnell ist die Devise und der Mensch bleibt dabei oft auf der Strecke.
Es ist aber auch das Viele, was heute scheinbar so wichtig ist, um was wir uns kümmern müssen und wovon wir unsere Zeit rauben lassen. Wie Dornen den Boden und die gute Saat überwuchern, so füllt sich fast von selbst der Terminkalender und erstickt oft die letzten Oasen des Lebens mit Geschäftigkeit und Betrieb.
Egal ob für Schülerinnen und Schüler, im Studium oder der Arbeit, in allen Bereichen kann man diese Phänomene beobachten und überall leiden die Menschen darunter.
Das Gleichnis vom Sämann zeigt aber, dass es da auch guten Boden gibt und dass wir diesen guten Boden in unserem Leben schützen müssen. Das Leben besteht aus mehr als Terminen, Hetze und dem eigenen Ego. Auf dem guten Boden findet das wahre Leben statt und Gott schenkt uns ein ganzes Leben voll Zeit. Es liegt an uns, wieviel davon wir zu gutem Boden machen, frei von Dornen, Felsen und innerer Härte.
Schenken Sie sich selbst, einem lieben Menschen oder Gott doch einfach einmal einen Moment Zeit und lassen Sie ihn zu gutem Boden werden. Dort geht dann auch gute Frucht auf – wie im Gleichnis: dreißigfach, sechtzigfach oder hundertfach.