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IMPULS DES TAGES

Brot das wir teilen
Datum:
Veröffentlicht: 24.4.20
Von:
Stefan Lunz

Brechen und Teilen des Brotes

Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, soviel sie wollten.

„Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, soviel sie wollten.“ (Joh 6, 11a-c)

Das Evangelium von der Brotvermehrung ist eine Erzählung des Teilens. Der Evangelist berichtet es als ein Zeichen der Wunder, die Jesus vollbringt. Zuvor wird erzählt, dass sich Jesus mit seinen Jüngern auf einen Berg zurückzieht. Er will mit ihnen das bevorstehende Paschamahl feiern. Aber ihnen folgt eine große Menschenmenge. Johannes berichtet von fünftausend Männern. Dazu kommen noch die Frauen und die Kinder. 
Die Jünger sehen diese große Menschenmenge und fragen sich, wie denn alle was zu Essen bekommen würden. Doch Jesus wusste bereits, was er tun wollte. 
Jesus gibt die Anweisung, die Leute in Gruppen aufzuteilen. Er spricht zu Gott mit dem Dankgebet und lässt alle von den Broten und den Fischen austeilen. 
Nachdem alle gegessen hatten, sammelten sie die Reste ein. Es waren über zwölf Körbe voll. Viel mehr als vorher da war.
 
Was sagt uns dieser Evangelien-Text zu unserer aktuellen Situation?
Corona-Pandemie: Versammlungsverbot, Ausgangsbeschränkungen …
Wenn wir uns als Gemeinschaft betrachten und nicht nur für uns selbst denken, ist das Leben in der aktuellen Situation leichter zu stemmen. Es bringt nichts, wenn Lebensmittel von einzelnen Menschen horten und den anderen nichts übrig lassen. Wir sind gut in der Gesellschaft aufgestellt. Die Versorgungslage ist nicht zusammengebrochen. Wir haben genügend zu Essen. Vielleicht dauert es einen Tag länger, bis die Regale wieder aufgefüllt sind. Zu Panik besteht kein Anlass.
Die Supermärkte und Einkaufsläden haben so viel an Angeboten. Wir leben in Fülle. Es müssen auch Lebensmittel vernichtet werden, wenn sie nicht mehr hübsch aussehen, oder das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten wird.
Und dann ist noch die Situation weltweit. Viele Länder wie z. B. in Südasien und Afrika haben wenig bis nichts zu essen. Die Eltern wissen nicht, wie sie ihre Kinder am nächsten Tag ernähren sollen. 
Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen sieht die Hungersnöte als Herausforderung, nicht nur aufgrund der weltweiten Corona-Krise zu verbessern.

Wir können einen kleinen Schritt dazu beitragen.
Beten wir wie es im Vater unser heißt:
– Unser tägliches Brot gib uns heute –
Uns, das beutet die ganze Weltbevölkerung!

1976 schrieb Wilhelm Willms den Text zu dem Lied: „Wenn jeder gibt, was er hat, dann werden alles satt!“, das Peter Janssens vertonte. Eigentlich als Kinderlied gedacht, kann es aber auch für uns Erwachsene ein Anlass sein, gerade in der aktuellen Situation die Ernährungsumstände zu verbessern.
Denken wir nicht nur an uns selbst. Teilen wir untereinander!
Jesus teilte das Brot – und alle wurden satt.