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IMPULS DES TAGES

Der ungläubige Thomas
Datum:
Veröffentlicht: 3.7.20
Von:
Dominik Stehl

Kann ich nicht wie Thomas

Ich finde es immer beruhigend, wenn Heilige nicht als Übermenschen, sondern ganz menschlich, mit menschlichen Eigenschaften und Schwächen dargestellt werden. Erst so können sie für uns zu echten Vorbildern werden.

Heute ist der Gedenktag des „ungläubigen" Thomas.
Ich finde es immer beruhigend, wenn Heilige nicht als Übermenschen, sondern ganz menschlich, mit menschlichen Eigenschaften und Schwächen dargestellt werden. Erst so können sie für uns zu echten Vorbildern werden.

Denn wer kennt nicht den Zweifel:
Ob das mit Gott wirklich so ist, wie die Kirche behauptet;
Ob ich nicht mein Leben einfacher gestalten könnte;
Was wirklich dran ist, an Auferstehung und ewigem Leben, an Himmel und Erlösung.

Thomas zeigt uns, dass der Zweifel normal ist und vlt. sogar zum Glauben dazugehört. Der Zweifel regt an und fordert zur Bewegung und Suche nach Gewissheit und kann so tiefer in den Glauben hineinführen.

In meinem Lieblingslied „Gottheit tief verborgen“ (GL 497) steht der heilige Thomas mit seinem Zweifel an zentraler Stelle und lässt damit uns alle zu Wort kommen.

Kann ich nicht wie Thomas schaun die Wunden rot, bet ich dennoch gläubig: „Du mein Herr und Gott!“
Hier bittet ein Zweifler um Gewissheit und Sicherheit und zugleich sucht ein Glaubender nach seinem Gott, dem er begegnen und nahekommen will.

Mit den Worten des heiligen Thomas „Du mein Herr und Gott!“ dürfen wir alle mit ihm diesen Gott bekennen und uns mit aller Unsicherheit, allem Zweifel aber auch allem Vertrauen und aller Hoffnung zu Jesus flüchten. Die Worte des hl. Thomas kommen aus einer tiefen Überzeugung, die nur im Herzen ihren Ursprung haben kann. Und wenn wir so wie er beten und bekennen, dann wird sich Jesus auch uns offenbaren und sich berühren lassen.

Wie diese Worte ihren Ursprung tief im Herzen haben, so wird Jesus Christus uns tief im Herzen berühren und dort Wohnung nehmen. So führt der Zweifel schließlich zu tiefem Glauben, der mit Worten nicht zu beschreiben ist, weil er im Herzen seinen Ursprung hat.

Machen wir uns also ganz bewusst als Zweifler mit dem hl. Thomas auf die Suche nach Gewissheit, nach tieferem Glauben. Wir haben einen Gott, der uns nicht verurteilt wenn wir zweifeln, sondern der sich berühren lässt und der uns nahe sein will. In diesem Vertrauen dürfen wir mit dem hl. Thomas und dem schönen Hymnus beten: Kann ich nicht wie Thomas schaun die Wunden rot, bet ich dennoch gläubig: „Du mein Herr und Gott!“.