IMPULS DER WOCHE

Wie steht es bei Ihnen so um Ihr Gebetsleben?
Hat es einen festen Platz im eigenen Leben?
Gehört es zum Tagesablauf dazu?
Morgens, beim Aufstehen oder Aufwachen,
zwischendurch?
Beim Zubettgehen?
Freilich sind wir als Christen zum Beten aufgerufen,
altvertraute Gebete wie das Vaterunser oder der Rosenkranz können da dazu gehören,
aber ebenso das freie Gebet, in dem das eigene Leben Gott anvertraut werden kann.
Ich nehme mir das vor, jeden Tag.
In den letzten Wochen und Monaten hat unser Leben so einigen Wirbel erlebt,
ich ertappe mich oft dabei, dass ich mein gewünschtes Gebetsleben so manchmal nicht unter meinen Erwartungshut bekomme,
abends wird es oft spät,
morgens ist so viel los,
da ist für das ausführliche Gebet nicht immer das volle Herz dabei.
Da muss ich aufpassen, dass das Beten nicht zu einem weiteren Tagesordnungspunkt wird, der abzuhaken gilt.
Heute steht in unseren Kalendern „Buß- und Bettag“, ein Tag, der viele von uns schon lange nicht mehr richtig berührt oder einen Platz im Leben hat.
Aber es ist ein Tag, der zum Innehalten einladen will, zum Beten, zum Ausrichten auf Gott.
Wenn Beten mehr sein soll, als eine Handlung zum Abhaken, dann möchte ich aus diesem Tag heute den Mut und das Vertrauen mitnehmen,
dass alles, was ich den ganzen Tag über so tue,
dass jeder Schritt, den ich gehe,
dass jedes Gefühl, das mein Herz erfüllt,
schon eine Haltung des Betens sein kann,
wenn ich sie Gott hinhalte.
Ein kleiner Gedanke morgens beim Aufstehen, ein Dank, eine Bitte für den Tag,
ein kleiner Gedanke bei der ersten Begegnung des Tages, beim ersten Ärger,
ein Hinhalten der Erschöpfung, die mich überkommt,
ein Lächeln, das mich nach einem Gespräch begleitet und das ich Gott schenke,
ein Überlassen der Sorgen und Ängste am Abend des Tages.
Dann betet jeder meiner Schritte,
jeder meiner Atemzüge,
dann ist mein Leben Gebet,
ob ich es mit einem Kreuzzeichen beginne und mit einem Amen enden lasse oder ob das den ganzen Tag über so mitschwingt.
Ich wünsche Ihnen und mir, dass wir uns so ein lebendes Gebet zutrauen,
dass wir darauf vertrauen, dass Gott unser Gestammel und unser Herz schon richtig zu hören und einzuordnen weiß,
und dass uns aus dieser Haltung tiefer Friede, Gelassenheit und Vertrauen erwächst,
dass unser Leben geborgen ist in seiner Hand,
zu jeder Tages- und Nachtzeit.
Amen.