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IMPULS DER WOCHE

Nikolauskapelle
Datum:
Veröffentlicht: 9.12.20
Von:
Roland Roedel
"Der Nikolaus ist (war) da ...!"

Am vergangenen Sonntag, den 6. Dezember, feierten wir in unseren Kirchen nicht nur den 2. Advent, sondern auch den Heiligen Nikolaus. Am Vormittag in so manchem Gottesdienst und vor allem am Nachmittag beim „Stationen-Gottesdienst“ in St Heinrich, der von unseren Kinderkirchen-Teams des Erlanger Westens (Apostelkirche, St. Xystus und St. Heinrich) gemeinschaftlich vorbereitet und gestaltet wurde. 

Nacheinander und zeitlich versetzt durften wir im Innenhof mehr als zwanzig Familien begrüßen und sie dann auf einen Weg mit verschiedenen Stationen in unsere große Kirche schicken.

Auf vielfältige, kreative und auch meditative Weise konnten sich die Kinder und ihr Eltern dort mit dem heiligen Bischof Nikolaus und dem, was er in seinem Leben getan hat, beschäftigen; und sie konnten an einer Station auch dem Nikolaus (im Bischofsgewand) begegnen und mit ihm ins Gespräch kommen. Am Ende durften sie mit einer Kerze das Licht, das der heilige Nikolaus durch sein Tun in die Welt gebracht hat, in einem selbst verzierten Glas mit nach Hause nehmen – und natürlich auch einen kleinen Schoko-Nikolaus!

Warum – so stellte sich manche/r danach die Frage – feiern wir den Nikolaus nicht öfters im Jahr? Warum kommt er nur am 6. Dezember zu uns?

Dazu eine kurze Geschichte: 

Im Sommer hatte die kleine Luise ihren Nachbarn erzählt, dass morgen der Nikolaus kommt. Das fanden diese amüsant und niedlich. „Nein, nein, mein Kind“ lächelten sie. „Der Nikolaus, der kommt im Dezember; kurz vor Weihnachten.“ Aber das Mädchen beharrte darauf – es wusste ganz genau: „Morgen kommt Nikolaus.“

Was die Nachbarn nicht wussten: der Onkel von Luise hieß Nikolaus! Dieser Name hatte ihm schon als Kind so manche spöttische Bemerkung eingebracht – so nach der Art: „Wo ist denn dein Schlitten und wo dein Rentier?“

Dabei ist der Nikolaus doch einfach ein Bischof gewesen. Er wurde bekannt, weil er nicht – wie mancher seiner vor allem späteren Kollegen – in seinem herrschaftlichen Haus oder gar Palast blieb, sondern sich immer wieder unter die Leute mischte, um zu hören und herauszufinden, wie es ihnen geht und wo sie am meisten Hilfe brauchten.

Ja, der Nikolaus ist – so könnte man heute auch sagen - ein Bild für einen aufgeschlossenen, aufmerksamen und einfühlsamen Menschen, der nicht an seiner Position und Macht festhält, sondern auf die Menschen zugeht und sich – nicht zuletzt auch mit seinem Besitz, seinem Können und Möglichkeiten – für die Menschen in Not und Armut einsetzt. 

Solche Menschen werden auch heute dringend gebraucht, und solche Menschen gibt es Gott sei Dank auch immer wieder - auch heute. In einer Zeit, wo die Corona-Pandemie viele Menschen bedrückt und belastet, ja mitunter in große Sorgen und Nöte stürzt.

Wie gut, dass wir da viele achtsame und hilfsbereite Menschen unter uns haben!

Eigentlich könnte und sollte jemand wie Nikolaus ruhig öfters im Jahr, vielleicht sogar jeden Tag kommen, und nicht nur am 6. Dezember …

Ihr und Euer Pastoralreferent Leo Klinger