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IMPULS DER WOCHE

Mund-Nasen-Schutz
Datum:
Veröffentlicht: 27.1.21

„Du (er)kennst mich …!“

Was heute gang und gäbe ist, und inzwischen fast jeder Mensch trägt, zumindest im öffentlichen Bereich; das hat es – zwar nicht so zahlreich wie derzeit – auch früher schon gegeben, zumindest in den Monaten Januar und Februar: nämlich „Masken“ oder „Mund-Nase-Bedeckungen“, wie es heute in Corona-Zeiten offiziell heißt!

Was heute gang und gäbe ist, und inzwischen fast jeder Mensch trägt, zumindest im öffentlichen Bereich; das hat es – zwar nicht so zahlreich wie derzeit – auch früher schon gegeben, zumindest in den Monaten Januar und Februar:
nämlich „Masken“ oder „Mund-Nase-Bedeckungen“, wie es heute in Corona-Zeiten offiziell heißt!

Gehörten Masken früher zur Faschingszeit und wurden aus Spaß bzw. aus „Lust an der Freud“ freiwillig getragen (es gab da sogar „Maskenbälle“, wo fleißig und manchmal eng an eng einen ganzen Abend lang miteinander getanzt wurde), so tragen wir gegenwärtig unsere FFP2-Masken oder unsere medizinischen, blauen Masken aufgrund staatlicher Richtlinien und Vorgaben, um uns und unsere Mitmenschen vor dem Corona-Virus zu schützen und die Pandemie einzudämmen.

Überall dort, wo wir vielen anderen Menschen begegnen – sie es im Supermarkt und im Einzelhandel, in Bus und Bahn, beim Arzt oder in der Fußgängerzone, in öffentlichen Gebäuden oder auch beim Gottesdiensten in unseren Kirchen - setzen wir sinnvoller Weise und aus Achtsamkeit gegenüber dem und der anderen die entsprechende Mund-Nase-Bedeckung auf und leisten somit einen wichtigen, solidarischen Beitrag zum Bekämpfung dieser Pandemie.

Aber egal, ob „Faschingsmaske“ oder eine „Mund-Nase-Bedeckung“ - beide verdecken zumindest einen Teil des Gesichtes und wir tun uns schwer, die Person hinter der Maske auf Anhieb zu erkennen, ganz zu schweigen von den Gesichtszügen, die uns ja sonst so viel vom aktuellen Gemütszustand eines Mitmenschen „verraten“ und die uns oftmals helfen, persönliche Befindlichkeiten besser einzuschätzen.

Durch Masken wird das Gesicht meines Gegenübers, ein ganz wesentlicher individueller und charakteristischer Teil eines Menschen, nahezu unsichtbar. Was uns damit abgeht, hat sicher schon fast jede/r von uns mal erlebt.

In das Gesicht eines Menschen schauen zu können, ist für mich etwas sehr Wertvolles und Wichtiges; etwas, das mir hilft, auf ihn/sie zuzugehen, ihn/sie richtig wahrzunehmen. Bevor noch etwas gesagt wird, kann so Kontakt zueinander entstehen; der Blickkontakt kann bereits der Anfang einer Kommunikation, eines Gespräches, einer Begegnung sein …

Sich gegenseitig anschauen zu können, sozusagen von Angesicht zu Angesicht - das trägt bei zu einer „Begegnung auf Augenhöhe“, das vermittelt Aufmerksamkeit, Respekt, echte Zuwendung; ja, es gibt dem/der anderen - so könnte man sagen - Ansehen und Würde!

Ein Mensch wird also nicht übersehen, sondern wahr- und ernstgenommen, (wieder)erkannt, und das tut gut! Da ist einer, der auf mich schaut, der sich für mich interessiert und sich zumindest für einen Augenblick auch auf mich konzentriert.

Psalm 139,1-5 geht in diese Richtung und drückt dies folgendermaßen aus.

„Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich.
Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir. Von fern erkennst du meine Gedanken.
Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt; du bist vertraut mit all meinen Wegen.
Noch liegt mir das Wort nicht auf der Zunge - du, Herr, kennst es bereits.
Du umschließt mich von allen Seiten und legst deine Hand auf mich.“

Möge der Herr, unser Gott, Sie stets im Blick haben und Sie erkennen, möge er Sie behüten und umschließen von allen Seiten, besonders und gerade in diesen anstrengenden Zeiten!

Das wünscht Ihnen von Herzen, und ich freue mich, Sie bald mal wiederzusehen und dann auch zu erkennen,
Ihr und Euer Pastoralreferent Leo Klinger