IMPULS DER WOCHE
Zwei Gottsucher
Gottsucher. Anders kann man die beiden Heiligen nicht charakterisieren, derer die Kirche heute gedenkt. Und dabei könnte der Widersatz zwischen den beiden größer nicht sein.
Der eine – Anselm von Canterbury – ein studierter Mönch des Mittelalters, der zahlreiche Bücher verfasste und seinerzeit ein bedeutender Lehrer war. Der andere – Konrad von Parzham – ein einfacher Kapuzinerbruder, der in seinem Kloster in Altötting treu seinen Dienst an der Pforte versah. Von ihm ist folgendes Wort überliefert: „Das Kreuz ist mein Buch. Nur ein Blick auf das Kreuz lehrt mich in jeder Geduld.“
Der eine, der mittels des Verstandes den Glauben zu ergründen suchte. Und der andere, der mit einer fast unverständlichen Geduld Hilfesuchende betreute.
Näher betrachtet ist der Unterschied der beiden Männer aber gar nicht so groß. Beide wollten dem „Urgrund ihres Seins“ nahekommen. Auf eine ihnen je eigene Weise fragten sie in ihrem Leben: „Wann darf ich kommen und Gottes Antlitz schauen?“ (Ps 42,3)
Nehmen wir diese beiden Gottsucher als Beispiel, Gott ganz, mit „Herz und Kopf“ zu suchen. In den Betrachtungen unseres Verstandes, in einem kurzen Gebet, in der Mitte unseres Lebens.