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IMPULS DER WOCHE

Datum:
Veröffentlicht: 2.2.22
Von:
Stefan Lunz

Das Fest der Darstellung des Herrn (Mariä Lichtmess)

Am 2. Februar feiert die Kirche ein weihnachtliches Fest, obwohl der Weihnachtsfestkreis schon beendet ist. 40 Tage nach dem Hochfest der Geburt des Herrn (25. Dezember) wird uns die Darstellung des Herrn im Tempel überliefert.

Am 2. Februar feiert die Kirche ein weihnachtliches Fest, obwohl der Weihnachtsfestkreis schon beendet ist.
40 Tage nach dem Hochfest der Geburt des Herrn (25. Dezember) wird uns die Darstellung des Herrn im Tempel überliefert.

Das jüdische Gesetz sah vor, dass die Mutter das Reinigungsopfer nach der Geburt nach 40 Tagen vollzog.
Im Tempel sollte die männliche Erstgeburt dem Herrn geweiht werden.
Auch galt die Mutter nach dem Gesetz 40 Tage als unrein und 80 Tage nach der Geburt eines Mädchen.
Durch das Opfer von ein Paar Turteltauben oder zwei jungen Tauben konnte sie ihren Jungen ‚auslösen‘.
Die biblische Erzählung gibt uns zwei Möglichkeiten, das Fest zu begreifen: Der Blick auf Jesus und der auf seine Mutter Maria.

Jesus kommt also in den Tempel.
Dort soll er laut dem Gesetz Gott übergeben, also ‚dargestellt‘ werden.
Durch das Opfergeld konnten seine Eltern ihn wieder auslösen.

Im Tempel begegnet der erwartete Messias die Personen Simeon und Hanna; symbolisch mit dem Gottesvolk des Alten Bundes.
Der alte Simeon wartet im Tempel auf die Erfüllung einer Offenbarung.
Ihm wurde geweissagt, dass er nicht eher sterben werde, bis er den Messias, den Retter aller Menschen, gesehen hat.
Als Maria ihm den Knaben in die Arme legt, stimmt Simeon ein Loblied an, aus dem später das Nachtgebet der Kirche, das „Nunc dimittis“, wurde:

„Nun lässt du Herr deinen Knecht,
wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.
Denn meine Augen haben das Heil gesehen,
dass du vor allen Völkern bereitet hast,
ein Licht, dass die Heiden erleuchtet,
und Herrlichkeit für den Volk Israel.“

Der Greis segnet die kleine Familie und weissagt Maria die Zukunft Jesu voraus. Viele kommen zu Fall durch ihn; andere werden aufgerichtet.
Das Kind wird Zeichen sein und Anlass zum Widerspruch.

Auch die 84-jährige Prophetin Witwe Hanna hielt sich im Tempel auf, betete und fastete und wartete auf die Erlösung Israels.
Sie preist den Knaben Jesu.

Die Kerzenweihe und die Lichterprozession kamen erst später zum Fest hinzu.
Die Darstellung des Herrn wurde als der erste Einzug in Jerusalem betrachtet.
Aus dem Grund kam es im 7. Jahrhundert zur Lichterprozession.
Der Brauch der Kerzensegnung führte im Westen dazu, dass das Fest als „Mariä Lichtmess“ bekannt wurde.
Die westliche Kirche betonte lange Zeit eher die Reinigung Marias als Festinhalt.
Das Marienfest wurde deshalb unter dem Namen „Mariä Reinigung“ bekannt.

Seit der Liturgiereform von 1960 wurde „Mariä Lichtmess“ auch in der römischen Kirche wieder als „Herrenfest“ gefeiert.
Der Bezug auf Jesus wird hier stärker in den Fokus gestellt.
Somit lautet der offizielle Namen heute „Darstellung des Herrn“.
An der "Darstellung des Herrn" wird noch einmal an Weihnachten erinnert.
Das "Licht, das die Heiden erleuchtet", wie Simeon rief, ist durch den Gottessohn in die Welt gekommen.
Zwar schließt bereits die "Taufe des Herrn" am Sonntag nach dem 6. Januar den Weihnachtsfestkreis, aber dieses Fest, wie auch die "Verkündigung des Herrn" am 25. März, klingen weihnachtlich an.
Manche Pfarreien und Gläubige räumen ihre Krippen und Christbäume daher erst an diesem 2. Februar weg.