Zum Inhalt springen

IMPULS DER WOCHE

Datum:
Veröffentlicht: 23.9.20
Von:
Dominik Stehl

Bleibe bei uns

Manchmal dauert es etwas länger bis man an ein Ziel kommt. Das haben sich vlt. auch die Familien unserer diesjährigen Erstkommunionkinder gedacht, die eine besonders lange Vorbereitungs- bzw. Wartezeit für ihr großes Fest hatten. Aber, an diesem Sonntag ist es endlich soweit und in St. Heinrich und St. Albertus Magnus heißt es: Wir feiern Erstkommunion.

Ein passendes Evangelium zur Erstkommunion ist die Emmaus-Geschichte – und zwar sowohl für die Kinder als auch für die Erwachsenen. Denn auch hier sind Menschen auf einem Weg, begegnen Jesus und etwas verändert sich für sie.

Für die Kommunionkinder ist diese Veränderung noch relativ einfach: Sie dürfen zum ersten Mal zur Kommunion und Jesus im Sakrament der Eucharistie empfangen. Aber auch für viele Erwachsene kann so eine Erstkommunion wie ein Gang nach Emmaus sein. Auch wenn die eigene Erstkommunion schon etwas länger her ist, der regelmäßige Kommunionempfang wie selbstverständlich dazugehört und auch die Geschichte der Emmaus-Jünger niemanden mehr überrascht.

In dieser Geschichte steckt viel Wahrheit über uns Christen.

Wie die Jünger von Emmaus sind auch wir auf dem Weg, und zwar ständig: zu Arbeit, Terminen, Besuchen, Einkaufen oder einer Familienfeier wie der Erstkommunion. Und wie den beiden Jüngern kann es auch uns in den Sorgen des Alltags manchmal passieren, dass wir vergessen, wer da eigentlich mit uns geht. Die wichtige Botschaft der Emmaus-Jünger kann da helfen: „Bleibe bei uns, Herr.“

Sie halten inne und laden Jesus zu sich ein. Sie nehmen sich Zeit und Jesus – der bisher unerkannt mitgegangen war – nimmt diese Einladung an.

Jeder Sonntag und ganz besonders der Erstkommunionsonntag ist so ein Moment in dem wir innehalten und zur Ruhe kommen können. Und wie den Jüngern von Emmaus die Augen aufgehen und sie erkennen, dass Jesus die ganze Zeit an ihrer Seite war und sie mit Freude, Kraft und neuem Mut erfüllt werden, so kann auch uns diese gemeinsame Feier verwandeln und mit Kraft und Mut erfüllen.

Lassen wir uns die Augen öffnen für die Nähe Jesu, für seine Gegenwart in unserem Leben, wenn er in der Kommunion zu uns kommt. Für die Kommunionkinder ist es das erste Mal, dass sie mit dem Herzen mehr erkennen als mit den Augen, aber auch vielen Erwachsenen tut es gut, sich wieder neu darauf einzulassen, was da wirklich passiert, wenn wir Eucharistie feiern.

Nehmen Sie sich die Zeit, an diesem Sonntag oder in jedem Gottesdienst halten Sie inne und bitten Sie Jesus wie die Jünger von Emmaus: „Bleibe bei uns, Herr, und öffne mir neu die Augen für deine Liebe und deine Gegenwart in meinem Leben.“