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IMPULS DER WOCHE

Hl. Matthias
Datum:
Veröffentlicht: 24.2.21
Von:
Maximilian Henke

Heiliger durch Wahl

Bingen im 11. Jahrhundert. In der Schreibstube ihres Klosters auf dem Rupertsberg setzt sich die Heilige Hildegard an ein Pult und beginnt zu schreiben. Man kann die spitze Feder auf dem Pergament kratzen hören.

Bingen im 11. Jahrhundert. In der Schreibstube ihres Klosters auf dem Rupertsberg setzt sich die Heilige Hildegard an ein Pult und beginnt zu schreiben. Man kann die spitze Feder auf dem Pergament kratzen hören: „Matthias, sanctus per electionem …“ Matthias, Heiliger durch Wahl.

Am 24. Februar gedenkt die Kirche eines sehr ungewöhnlichen Heiligen. Matthias, dem das Apostelamt durch Losentscheid zufiel. Auf einen ersten Blick wirkt er wie ein Apostel zweiter Klasse. Keine erste Wahl, er nimmt den Platz des Judas ein, den Platz eines Verräters.

Die Apostelgeschichte, die uns von seiner Wahl berichtet (vgl. Apg 1, 15-26), zeichnet allerdings ein anderes Bild. Petrus, gewissermaßen der „Wahlleiter“, hält zu Beginn die Bedingungen fest, die die Wahlkandidaten erfüllen sollen:

„Einer von den Männern, die mit uns die ganze Zeit zusammen waren, als Jesus, der Herr, bei uns ein und aus ging, angefangen von der Taufe durch Johannes bis zu dem Tag, an dem er von uns ging und in den Himmel aufgenommen wurde - einer von diesen muss nun zusammen mit uns Zeuge seiner Auferstehung sein.“ (Apg 1,21f.)

Matthias ist also ein Jünger der ersten Stunde. Er ist Jesus von Anfang seines Wirkens an nachgefolgt. Mehr noch: Er hat sich dabei stets im Hintergrund gehalten. Demut geübt.

Schauen wir in dieser Woche einmal ganz bewusst auf das Beispiel des Matthias. Üben wir eine Kultur der Bescheidenheit ein. Hören einem anderen vielleicht zu statt ihm sofort ins Wort zu fallen. Oder sprechen einfach ein kurzes Stoßgebet: Danke Jesus, dass du auch mich zum Jünger erwählt hast.

Hier finden Sie eine Vertonung des Hymnus: https://www.youtube.com/watch?v=WaTLGHsI0iQ