IMPULS DER WOCHE

„Seht, ich mache alles neu!“
Ein allseits bekannter, kurzer Slogan – man könnte auch sagen: ein altes Sprichwort – besagt: „Alles neu macht der Mai!“
Ja, der Monat „Mai“, in den wir nun hineingestartet sind, bringt so manches Neues mit sich - Neues und Schönes, an dem sich besonders all jene erfreuen können, die gerne in die Natur hinaus gehen. Da grünt und sprießt es derzeit all überall: die Wiesen erhalten wieder ihr sattes Grün, die Bäume und Sträucher am Wegesrand sowie in den Gärten und Parks entfalten nach und nach ihre kleinen, frischen Blätter und die Frühlings-Blumen öffnen ihre Blüten in einer herrlichen Farbenpracht! Ja, der Frühling ist da, und die Natur erscheint in neuer Schönheit.
Vielleicht und hoffentlich – ich denke mit Bedauern derzeit freilich auch an alle Pollen-AllergikerInnen – können auch Sie sich daran erfreuen und die Natur genießen. Ja, vielleicht gehen Sie in dieser „Immer-noch-Corona-Zeit“ alleine, zu zweit oder mit Ihrer Familie in Gottes freier Natur auch mal spazieren, evtl. sogar den Weg, den wir sonst üblicherweise miteinander am Bitttag (9. Mai) von Büchenbach über Steudach und Häusling nach Kosbach gehen (Prozessionen sind angesichts von Corona leider auch heuer noch untersagt, sodass wir „nur“ einen „Gottesdienst im Freien bzw. im Grünen“ am Kosbacher Stadl feiern können.)
Trotz aller Einschränkungen, die uns nun schon über ein Jahr begleiten, belasten und bedrücken – je nach persönlicher Situation fällt das unterschiedlich massiv aus – gilt es dennoch, gerade in dieser Frühlingszeit auch das Positive, Erfreuliche und eben Neue zu sehen und wertzuschätzen!
Das sind für mich neben den wunderbaren Vorgängen in der Natur, die vielen Menschen ja neue Lebenskraft und Energie signalisieren, auch Beobachtungen im zwischenmenschlichen, gesellschaftlichen und kirchlichen Bereich, wie z.B.:
- die Solidarität und Rücksichtnahme zwischen den Menschen, die nach wie vor sehr hoch sind,
- oder die Erfolge der Wissenschaft und Medizin, die in kurzer Zeit einen Impfstoff entwickelt hat, der inzwischen auch schon vielen Menschen zur Hilfe gereicht und hoffentlich bald auch Erleichterungen ermöglichen wird,
- oder auch die erfreuliche Tatsache, dass wir in unseren Gemeinden (unter Beachtung der Regeln) Gottesdienste feiern dürfen und die Gläubigen hier auch immer wieder Gemeinschaft untereinander und mit Gott erfahren können; ja, dass selbst in dieser Pandemie-Zeit neue Gemeindemitglieder dazukommen und neue Talente „entdeckt“ werden!
„Alles neu macht der Mai“ – dieser Spruch will uns Menschen aufgrund der Natur-Erfahrung vieler Jahrhunderte Hoffnung und Zuversicht schenken; und ich erhoffe mir das natürlich auch für die weiteren Monate danach …
Hoffnung und Zuversicht erwächst den glaubenden Menschen aber nicht nur aus der Natur und der Schöpfung, sondern auch aus dem Wirken des „Schöpfers des Himmels und der Erde“, wie wir im Glaubensbekenntnis beten, und aus der frohen Botschaft seines Sohnes, Jesus Christus.
„Seht, ich mache alles neu!“ heißt es da nämlich auch in der Bibel, genauer im letzten Buch der Bibel, in der Offenbarung des Johannes, wo wir im 21. Kapitel lesen können:
„Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein. Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen. Er, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu.“ (Offb 21,3-5)
Dass Gott bei uns, in unserer Mitte sein wird, dass er unser Leben zum Guten wenden wird, ja dass er uns befreien wird von dem, was unser Leben bedrückt, einschränkt und belastet, dass er uns Kraft, Hoffnung und Zuversicht schenken wird, das gilt nicht nur und erst am Ende unseres Lebens, sondern diese Verheißung gilt uns auch heute schon – auch in der „Immer-noch-Corona-Zeit“.
Mit Papst Franziskus möchte ich sagen: „Es ist nicht christlich, mit einem nach unten gerichteten Blick zu gehen, ohne die Augen auf den Horizont zu richten. Die christliche Hoffnung gründet auf dem Glauben an Gott, der alles neu macht.
Gott kennt unsere Leiden und Verstrickungen, er hat Mitleid mit den Leidenden. Aber er gibt seine Schöpfung nicht auf.
Gott hat uns geschaffen, weil er uns glücklich will; er will für uns eine Zukunft der Liebe und des Glücks.“
Und deshalb – so folgert Papst Franziskus – müsse ein Christ „ein Mensch des Frühlings und nicht des Herbstes“ sein!
Genießen Sie, liebe Leserin und lieber Leser, also den Frühling und den Monat Mai und leben Sie aus der „christlichen Hoffnung und Zuversicht, die in unserem Gott des Lebens und der Liebe gründet“, der einmal „alles neu machen wird.“
(Papst Franziskus bei der Generalaudienz am 23.08.17 in der Katechesenreihe über die „christliche Hoffnung“)
Das wünscht Ihnen
Ihr vom Frühling begeisterter
Pastoralreferent Leo Klinger